Wohnhaus
Mülheimer Freiheit 113 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6898 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Mülheimer Freiheit 113, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1870 bis 1880 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 20.08.1993 |
| Stadtteil | Mülheim |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Statteils dokumentiert. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und von Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen im neugotischen Stil, St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz, bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z. B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Die Nußbaumerstraße liegt am nördlichen Rand des gründerzeitlichen Erschließungsgebiets von Neuehrenfeld.
Das sehr breit angelegte Doppelgebäude an der Grenze zum nördlichen Teil Neuehrenfelds mit seinen großen Siedlungen wurde etwas nach 1910 erbaut und vereinigt noch einmal fast exotische Pracht und Repräsentanz des ausgehenden Historismus mit den Ansprüchen des gehobenen Wohnens, die in den breiten originalen Fenstern, der qualitätvollen Haustür und besonders im original erhaltenen Entree sich darstellen. Die senkrecht die beiden OGs zusammenfassende Stuckfassade ist axial durch die Eingangstür in der Mitte gegliedert; die beiden je dreiachsigen Hausteile sind jeweils mit zweigeschossigem Erker und klassizistischem Ziergiebel über dem EG streng symmetrisch konzipiert. Das reich plastische Spiel der geometrischen Stuckverzierungen blieb wie die feingliedrigen Sprossenoberlichter der originalen Fenster erhalten. Auch die kräftig profilierte Haustür zeigt diesen individualistisch-dekorativen Stil, der sich (etwa im Münchener Putz und Stuck) durch Betonung des Ornaments gegen die neue Sachlichkeit stellt. Der Eingang zeigt mit Marmorstufen und Marmorverkleidung der Wände sorgfältige Materialwahl, zu dem die Stuckverzierung mit Querbändern über Wand und Decke hinzutritt. Der Eingangsflur ist gefliest; die Terrazzotreppe mit Holzgeländer führt in die Geschosse mit originalen Wohnungsabschlüssen, Innentüren und Stuckdecken. Der qualitätsvolle historische Ausbau blieb also oberwiegend erhalten. Die rückwärtige Fassade ist verputzt und weist auf das begrünte Areal hinter den straßenseitigen Häuserzeilen. Hier ist deutlich die Vorform des grünen Innenhofs von Siedlungen feststellbar, allerdings ist das Areal deutlich noch in private Parzellen (teilweise durch Mauern) unterteilt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0