Wohnhaus

Mettfelder Straße 9 · Rodenkirchen

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6924
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Mettfelder Straße 9, 50996 Köln
Baujahrum 1930
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.09.1993
Stadtteil Rodenkirchen

Erbaut um 1930, Anbau um 1931/32, einseitig angebauter Bau auf asymmetrisch verwinkeltem Grundriß, giebelständig, 2 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß; Backsteinfassade mit Werksteingliederungen (heute weiß gestrichen). Straßenseite: Risalit mit Balkon (orig. Geländer), Garage im EG (Einfahrt später überdacht). Balkon an der Seitenfassade erneuert. Rückfront: loggiaartiger Hauseingang (orig. Haustür); Außentreppe (Terrazzo, Metallgeländer), Balkon. Satteldächer; Anbau flachgedeckt (ehem. Dachterrasse) mit orig. Metallgeländer. Fenster (im EG mit Fenstergittern) z. T. original. Im Innern original erhalten: Natursteinplatten im Eingangsbereich, Holztreppe mit Geländer, Stuckreste im Treppenhaus. Bestandteil des Denkmals ist auch die umgebende Gartenanlage und die erhaltene bzw. originalähnlich erneuerte Einfriedung.

Rodenkirchen, seit 1975 zu Köln gehörig, wurde im Jahre 989 erstmals urkundlich erwähnt. Fischfang, Landwirtschaft und Weinbau bildeten bis ins 19. Jahrhundert die Haupterwerbszweige der Bewohner. Während sich im Zentrum um die alte Kapelle die sehr kleinteilige Bebauung fortsetzt, zeichnet sich um die Jahrhundertwende die Tendenz zu einer vorstädtischen und seit dem Bau der Rheinuferbahn Villenbebauung ab. Vor allem in unmittelbarer Nähe des Rheinufers entstehen bis in die 20er Jahre herrschaftliche Wohnhäuser. Die Mettfelder Straße, die von der Weißer Straße Richtung Rheinufer verläuft, wurde unter teilweiser Ausnutzung bestehender Wegeführung um die Jahrhundertwende geplant und anschließend bebaut. Das o. g. Objekt gehört zu den ganz wenigen erhaltenen Bauten der historischen Straßenbebauung. Es stellt ein Beispiel für die Wohnhausarchitektur der 20er Jahre bzw. frühen 30er Jahre dar, wobei hier Elemente der fortschrittlichen Architektur der Zeit mit eher heimatlich-traditionellen Formen eine Synthese eingehen. Neu ist die Auffassung, ein Gebäude quasi von innen, vom Grundriß her zu entwickeln, was zu einer starken Verwinkelung des Baukörpers führt. Die Hausfronten selber sind schlicht gestaltet, wesentlich für die Wirkung ist der starke Kontrast der Werksteingliederungen zu den Backsteinflächen, noch unterstützt durch die weißen kleinteilig sprossierten Fenster. Hier läßt sich die aufwendige, allerdings gemäß der architektonischen Sprache der Zeit zurückhaltendere Bauweise ablesen und die bauliche Entwicklung des ehem. Fischerdorfes zum Wohnort für gehobene Bevölkerungsschichten wird erkennbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0