Wohn- u. Geschäftshaus

Neusser Straße 26 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6961
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Neusser Straße 26, 50670 Köln
Baujahr1949 bis 1950
Architekt / PlanungKarl Preuss
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.11.1993
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut 1949/50 von Architekt Karl Preuss, 5 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß (2 Gauben), Stahlbetonskelettbau mit vorgehängter Natursteinfassade (Muschelkalk), Fensterbänder (Mittelstütze später mit Naturstein ummantelt, spätere Brüstungsgeländer), in Stein gehauene Werbeschrift (Horbach und Schmitz) über dem EG; im EG Toreinfahrt mit 2flügeligem Tor (messingeloxiertes Alu, Griffe in Form von stilisierten Kronen), später eingebautes Ladenlokal (ursprünglich ebenfalls 2flügeliges Tor). Tordurchfahrt (innen): ehem. verglaster Empfangsbereich geschlossen, Wände z. T. neu verputzt, Steinboden; Eingangsbereich mit Naturstein verkleidet, 2flügelige Haustür (messingeloxiertes Alu, Glaseinsätze, Griffe in Form von stilisierten Kronen); 2flügelige Hoftür (messingeloxiertes Alu, Glaseinsätze erneuert). Rückfront und anschließendes 5geschossiges Seitenhaus: Putzfassade. Fenster verändert. Im Innern original erhalten: im Eingangsbereich und auf den Etagen Solnhofener Platten, Rahmung des Hauseingangs in Werkstein, Heizkörperverkleidung (EG), geschwungene Treppenanlage mit Natursteinstufen (Solnhofener Platten), dekorativem Metallgeländer und Handlauf (messingeloxiertes Alu), einige Wohnungs- und Zimmertüren. Nicht Bestandteil des Denkmals ist der an das Seitenhaus anschließende 4geschossige Bau.

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, erlangen als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet und in Beziehung zu einem städtebaulichen Gesamtkonzept entworfen. O. g. Wohn- und Geschäftshaus wurde 1949/50 anstelle eines zerstörten Gründerzeitbaues für die Kölner Stahlhandelsfirma Horbach und Schmitz errichtet. Der Architekt Karl Preuss nutzte die Möglichkeiten der Stahlskelettbauweise und schuf großflächige Öffnungen in Form von Fensterbändern, die lediglich durch die Mittelpfosten des Skeletts unterbrochen werden. In wirkungsvollem Kontrast zu diesem in der Tradition des Neuen Bauens der 20er Jahre stehenden Gestaltungsprinzips - die dadurch erreichte starke Horizontalbetonung hebt die geringe Breite der Gebäudefront gleichsam auf - steht die Fassadenverkleidung aus Naturstein, dessen Schwere durch die plastische Ausbildung von Rahmen und Gesims noch betont wird. Einen dekorativen Akzent setzt schließlich das in messingeloxiertem Alu ausgebildete 2flügelige Tor mit seinen kronenartigen Griffen, das sein Pendant im Eingang des Hauses findet. An der Stelle des heutigen Ladenlokals bestand ursprünglich ein zweites Tor, so daß das Erdgeschoß - tagsüber in voller Breite geöffnet - den Blick in den einst gläsernen Empfangsraum der Firma freigab. Diese und andere Veränderungen - wie die Verkleidung der Mittelstütze oder die Veränderung der Fenster - verunklären sicherlich das Erscheinungsbild des Gebäudes; die vom Architekten beabsichtigte Wirkung ist jedoch auch heute noch nachvollziehbar. Die klare und sachliche Haltung des zu seiner Entstehungszeit als vorbildlich gepriesenen Geschäftshauses der Fa. Horbach und Schmitz - die in Stein gehauene Werbeschrift ist erhalten - steht in bewußtem Gegensatz zur aufwendig stukkierten Erstbebauung der Neusser Straße und bildet somit einen architektonischen Akzent in der in diesem Abschnitt alleeartig angelegten Straße. Das Gebäude gehört - ebenso wie das Haus Neusser Str. 20 - im Viertel um die Agneskirche zu den wenigen qualitätvollen Beispielen der für Köln so wichtigen Bauepoche der 50er Jahre und wird daher auch in dieser Hinsicht zu einem unverzichtbaren Dokument. Wesentlicher Bestandteil ist dabei auch die erhaltene originale Innenausstattung mit der reizvoll geschwungenen Treppenanlage, auf deren Gestaltung in der Zeit besonderer Wert gelegt wurde.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0