Wohnhaus
Balthasarstraße 46 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1542 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Balthasarstraße 46, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.07.1983 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des nördlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der menschen der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von H.J. Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen Eigelstein und den preußischen Befestigungsanlagen Straßen mit Miethäusern für Bewohner mit mittleren bis gehobenen Wohnansprüchen entstehen.
Das viergeschossige Eckhaus Balthasarstr. 46 mit Giebel- bzw. Dachgeschoß wurde in einer jugendstil-artigen Abwandlung der deutschen Renaissance um 1900 errichtet. Es zeigt eine sechsachsige Hauptfassade (Neusser Straße) mit einem Erker (dritte bis fünfte Achse) über alle Obergeschosse und einen darüber sich erhebenden, zweigeschossigen, geschweiften Giebel mit zwei Fenstern, einem Fenstergesims und einer Nische im flach dekorierten Giebelfeld und einem polygonalen Ecktürmchen mit Glockendach. Der Erker ist reichlich dekoriert: Im ersten Obergeschoß Fenstergewände, Dekorfelder an den Fensterbrüstungen und lange Voluten mit Kämpfern zwischen den Fenstern; im zweiten Obergeschoß profilierte Fensterbänke, Reliefs an den Fensterbrüstungen und feine Andeutungen von zwei Fenstergesimsen, die einen Übergang zum dritten Obergeschoß darstellen. Die drei Erkerfenster sind reichlich verziert durch eine Fensterbankgirlande und zwei Frauenbüsten, die optisch einen Sockel für zwei stilisierte Pilaster bilden. Die oberen Erkerfenster sind von je einem Wappen mit Fruchtdekor versehen. Alle anderen Fensterachsen beider Fassaden sind in den Obergeschossen gleichartig gestaltet (die beiden Eckachsen mit schmalen Fenstern, die dritte Achse in der Balthasarstraße zeigt Blendfenster); im gebänderten, von zwei schmalen Gesimsen begrenzten Feld befinden sich noch rechteckige Fenster mit Ziereinrahmung mit profilierten Fensterbänken und Krönungsfeldern. Das zweite und dritte Obergeschoß sind durch stilisierte Kolossalpilaster auf rauhen Putzfeldern zusammengefügt. Die Fenster im zweiten Obergeschoß zeigen flache Putzfeld-Einrahmung mit zweistufiger Blattbekrönung, Fenstergesims, unter dem sich das Putzfeld in Einrahmung des Fensters im dritten Obergeschoß fortsetzt, und je eine Volute mit Fenstergesimsbekrönung. Ein profiliertes Kranzgesims schließt das Gebäude nach oben ab.
Die erste und zweite Achse zur Balthasarstraße und die zweite und sechste Achse zur Neusser Straße gipfeln in je eine Dachgaube mit Dreieckgiebel, die Eckachsen in einen polygonalen Turm mit Glockendach mit Turmknopf. Die zweite Achse (Balthasarstraße) ist im dritten Obergeschoß durch einen halbrunden Austritt mit Schmiedeeisengitter hervorgehoben.
Im Treppenhaus findet man originale Holztreppen und gußeiserne Fenster mit bleigefaßter Farbverglasung in Jugendstil. Der Hausflur ist mit mehrfarbigem Terrazzofußboden, zweifarbigen Wandfliesen, die in zwei Pilaster überlaufen, ausgestattet. Die Erkerzimmer und die Räume der ersten Achse (Balthasarstraße) zeigen Deckenstuckdekor.
Städtebaulich bildet das Haus einerseits je einen Bestandteil der jeweiligen Hausfront der Erstbebauung der Balthasarstraße bzw. der Neusser Straße, andererseits ist es - in Korrespondenz mit den anderen drei Eckhäusern - ein prägender Blickfang der Kreuzung der o.g. Straßen (mit Eckgiebeln bzw. -türmchen). Während das 1889 gebaute Eckhaus Neusser Straße 47 im Stil der deutschen Renaissance gestaltet wurde, stellt sich die stilistische Überleitung zum reinen Jugendstil (Neusser Straße 41, gebaut 1904) in einer Mischform des o.g. Hauses dar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0