Hofanlage Marienhof

Blaugasse 2 · Widdersdorf

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6976
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungHofanlage Marienhof
Adresse Blaugasse 2, 50859 Köln
Baujahrum 1860
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.12.1993
Stadtteil Widdersdorf

Erbaut um 1860; vierflügelige Hofanlage an der Ecke zur Turmgasse bestehend aus Herrenhaus, Nebengebäuden (Stall- und Wirtschaftsgebäuden) und Scheune.

Herrenhaus (das anschließende ehem. Wirtschaftsgebäude wurde um 1945 aufgestockt und - unter Veränderung der Geschoßhöhen (3 Geschosse) - zum Herrenhaus hinzugezogen): 2 Geschosse, Backsteinfassade mit Gliederungen (getreppte Gesimse), Sattel- bzw. (straßenseitig) Walmdach; Fenster (mit Schlagläden und im EG mit Fenstergittern) verändert. Seite zur Blaugasse: 5 Achsen, Hauseingang auf der Mittelachse (neuere Haustür), Rahmung des Eingangs und Fensterbänke in Basalt. Hofseite: Hintereingang (neue Haustür) und 2. Eingang im später angeschlossenen Bauteil, 2 neuere Gauben; im Winkel zwischen Rückfront und alter Einfriedungsmauer neuerer 1geschossiger Anbau mit Dachterrasse. Im Inneren: grundlegende Neugestaltung 1992; erhalten sind Kölner Decken (EG und OG) sowie die später (ca. 1946) eingebaute Holztreppe; Gewölbekeller. Rechtwinkelig anschließende Nebengebäude (ehem. Kuh- und Pferdeställe): 1 Geschoß, Backsteinfassaden, Satteldächer; Einfahrten (z. T. später vergrößert) und hölzerne Schiebetore, Ladeluke; Rückfront zur Blaugasse mit Tellerankern. Im Innern preußische Kappendecken. Scheune: Backsteinfassaden; 2 rundbogige Einfahrten, eine neuere Einfahrt; Giebelseite zur Turmgasse mit Fensteröffnungen, Zuganker; Satteldach (Blecheindeckung); späteres weit vorkragendes Vordach auf Stützen (um 1946).

Rechtwinklig an die Scheune anschließender 1geschossiger Anbau mit späterer Giebelwand zur Hofeinfahrt. (Die Hofeinfahrt war ursprünglich mit einem Torbogen überbaut.) Bestandteil des Denkmals ist auch der Innenhof mit Basaltpflasterung. Nicht Bestandteil des Denkmals ist der eingeschossige Anbau an der Rückfront des Herrenhauses.

Der um 1080 erstmalig erwähnte Vorort Widdersdorf wurde erst im Jahre 1975 zu Köln eingemeindet. Noch heute läßt sich hier deutlich die Geschichtlichkeit eines Dorfes in der Umgebung der Stadt Köln nacherleben, seine seit dem Mittelalter überlieferte Bedeutung für Kirche und Adel als auch seine Sozialgeschichte. Die in einem Nachfolgebau von 1745 inmitten des Dorffriedhofes erhaltene Pfarrkirche bildet zusammen mit den fünf Großhöfen den mittelalterlichen und heute noch ablesbaren Ortskern des typischen "Haufendorfes" Widdersdorf. Kirche, Friedhof und Pfarrhof sind der Mittelpunkt, um den sich, teilweise in engen Gassen liegend, die Höfe und andere Kleingehöfte gruppieren. Im Kreuzungsbereich von Blau- und Turmgasse - verwinkelten Gassen, die durch den alten Ortskern führen - liegt - in direktem Sichtbezug zu Küsterhaus, Kirche und Pfarrhof - das o. g. Objekt. Es handelt sich um eine vierseitig geschlossene Hofanlage fränkischen Typs mit einem 2geschossigen Wohnhaus in der herkömmlich ländlichen Bauweise mit klassizistischen Stilanklängen, der gegenüberliegenden hohen Scheune und den niedrigeren Wirtschaftsflügeln. Auch wenn Teile der Anlage nach dem Krieg verändert wurden - diese Veränderungen sind im wesentlichen ablesbar - so ist der auch heute z. T. noch landwirtschaftlich bewirtschaftete Hof doch als Gesamtkomplex vollständig erhalten. Im Rahmen des Ortsbildes bildet der sog. Marienhof in seiner exponierten Lage einen "Gebäudebereich" von hohem denkmalpflegerischen Stellenwert. Von Bedeutung ist die in einer lang tradierten Maßstäblichkeit und Materialtradition errichtete Anlage aber auch als Dokument der ländlichen Bebauung und Nutzung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0