Siedlung "Göttersiedlung"
Wodanstraße 38 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6989 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Wodanstraße 38, 51107 Köln |
| Baujahr | 1927 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.12.1993 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
1927 erbaut; Architekten: Pasmann & Bonn; Teil der "Göttersiedlung"; Doppelhaushälfte; 1 Geschoß und ausgebautes Mansardwalmdach; 2 Achsen; Putzfassade; Fenster im Dachgeschoß erneuert, im EG original mit Oberlichtsprossierung und Vergitterung; Haustür original; originale Außentreppe mit Metallgeländer; originale Lampe über dem Hauseingang. Rückseite: 2 Achsen; Putzfassade; Fenster erneuert; Altan; Außentreppe mit Brüstungsmauer. Im Innern original erhalten: Holztreppe; Zimmertüren; im Bad originale Wandfliesen. Bestandteil des Denkmals ist auch der Garten und Vorgarten mit straßenseitiger originaler Einfriedung.
Das Haus Wodanstr. 38 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Das Doppelhaus Wodanstr. 36/38 ist insofern eine Einzelerscheinung, als es in dieser Prägung sonst nicht vorkommt. Es ist der Bauform nach am eingeschossigen Typ barokker Gestaltung orientiert, mit glockenförmig ausschwingender Mansarddachhaube, weist aber im Detail schlichtere, geometrische Formen auf (rechteckige Tür- und Fensteröffnungen ohne Schlagläden, schlichte Ziergitter) und weist auch hinsichtlich seiner Lage innerhalb des Straßenzuges bereits auf die etwas jüngere, sachlich geprägte Bebauung des unteren Straßenbereichs hin. Dank seines weitgehend unveränderten Erscheinungsbildes trägt das o. g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0