Siedlung "Göttersiedlung"
Wodanstraße 63 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7096 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Wodanstraße 63, 51107 Köln |
| Baujahr | um 1925 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.03.1994 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
Um 1925 erbaut; Architekten: Pasmann & Bonn (?); Teil der "Göttersiedlung"; Doppelhaushälfte; 1 Geschoß und ausgebautes Mansardwalmdach (2 originale hölzerne Gauben); 2 Achsen; Putzfassade mit Stuckgliederungen; rundbogiger Hauseingang, Haustür original, originale Außentreppe mit Metallbrüstungsgitter; stichbogige Fensteröffnung im EG mit originalen Klappläden, neben dem Hauseingang stuckgerahmte kleine Fensteröffnung mit Ziergitter; Fenster original. Rückseite: Putzfassade; südlich geschlossener Altan (neuere Balkonüberdachung); 1 originale hölzerne Dachgaube; rechteckige Fensteröffnungen mit originalen Klappläden, Fenster und Türen original; Außentreppenanlage mit originalem Metallgeländer, Keller teilweise an der Nordwestecke als Sockelgeschoß freiliegend, Kellertür erneuert. Im Inneren original erhalten: Holztreppe, alle Türen, im Eingangsbereich und Treppenhaus roter Tonfliesenboden, in EG-Räumen Parkettfußböden, Aufzug von ehemaliger Küche im Keller zu rückwärtigen EG- Räumen. Bestandteil des Denkmals ist auch der zum Haustyp gehörige, straßenseitig erneuert eingefriedete Vorgarten sowie der rückwärtige Garten mit älterem Nadelbaumbestand.
Das Haus Wodanstr. 63 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Das Doppelhaus Wodanstr. 61/63 gehört zum eingeschossigen Typ mit glockenförmig ausschwingender Mansarddachhaube und barocken Formanklängen im Detail, die besonders am Hauseingang mit Stuckrahmung und Freitreppe konzentriert sind. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten FLächen, der Vorgarten und der rückwärtige Garten mit teilweise altem Baumbestand. Dank seines weitgehend unveränderten Erscheinungsbildes das o. g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0