Siedlung "Göttersiedlung"
Wodanstraße 65 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7967 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Wodanstraße 65, 51107 Köln |
| Baujahr | um 1928 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.09.1996 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
Um 1928 erbaut; Architekten: Pasmann & Bonn (?); Teil der "Göttersiedlung"; südliche Doppelhaushälfte; 2 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß, weit vorspringendes Walmdach; vollständig verputzt.
Straßenfassade: 2 Achsen, vorspringender Eingangsbereich mit drei um die Ecke greifenden Stuckgesimsen (Haustür neu) und drei kleinen Fenstern (erneuert), originales Ziergitter, Außentreppe (neuer Fliesenbelag und Geländer), seitliches Fenster (erneuert), 2 Fenster im OG mit originalen Schlagläden, straßenseitige Gaube, mit dem Nachbarhaus verbunden (neu verschiefert).
Seitenfassade: 2 kleine, quadratische Fenster im EG (ein drittes 1967 vergrößert); 1 kleines Fenster unter der Traufe, 2 geschwungene Fallrohre an den Hausecken.
Rückseite: 1 OG-Fenster (erneuert) mit originalen Schlagläden, ansonsten Fassade umgebaut (eingeschossiger Anbau mit Dachterasse von 1967, neue Dachgauben).
Im Inneren original erhalten: Buchenholztreppe mit hölzernem Geländer vom Erd- bis zum Dachgeschoß, Grundrißdisposition im Keller und OG (im EG Garderobenwand entfernt und moderne Wanddurchbrüche), hölzerne Kellertreppe, 2 Türen im EG, 3 im OG und 1 Tür im DG, alle mit Füllungen und originaler Verkleidung.
Bestandteil des Denkmals ist auch der straßenseitige Vorgarten sowie der rückwärtige Garten.
Die Garage (1958) auf der Südseite des Hauses und der gartenseitige Anbau (1967) sind nicht Bestandteil des Denkmals.
Das Haus Wodanstr. 65 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb.
Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zum Bergischen Land herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln.
Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Zu dieser sachlich geprägten Bebauung, die im Detail von geometrischer Formgebung bestimmt ist, gehört auch das Doppelhaus Wodanstr. 65/67. Die nördliche Hälfte des Hauses (Nr. 67) kann wegen umfangreicher Um- und Anbauten heute kein Bild des ursprünglichen Zustands mehr vermitteln, um so wichtiger ist die südliche Haushälfte (Nr. 65) mit weitgehend erhaltener Straßen- und Seitenfassade. Interessant ist hier die Mischung von traditionellen (Schlagläden, vorkragendes Walmdach und geschwungene Fallrohre) und modernen Elementen (blockhafter Eingangsbereich, unprofiliertes Gesimse und Fenstergitter). Diese verschiedenartigen Formen ergänzen sich und verleihen dem ansonsten eher schlichten Bau seinen individuellen Reiz. Dieser Eindruck wird zwar durch die stark veränderte Rückfont beeinträchtigt, aber nicht aufgehoben.
Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung sind die umgebenden Grünflächen - der Vorgarten und rückwärtige Garten - wesentliche Bestandteile, die zum Typus der Häuser gehören.
Dank seines weitgehend erhaltenen ursprünglichen Erscheinungsbildes trägt das o. g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt. Daher ist das Haus als Zeitdokument und Denkmal unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0