Wohnhaus

Weißenburgstraße 57 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7051
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Weißenburgstraße 57, 50670 Köln
Baujahrum 1909
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.03.1994
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut um 1909; 4 Geschosse, ausgebautes Giebelgeschoß, 3 Achsen, Mittelachse durch Erker mit Balkon auf rechteckigem Grundriß besonders betont, Toreinfahrt mit dreiteiliger, originaler Holztür (Durchfahrt: gefliester Sockelbereich) in rechter Achse; Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Jugendstil, Erd- und 1. Obergeschoß bossiert; Fenster überwiegend original (2. und 3. Obergeschoß, überwiegend: Oberlichte mit kleinformatigem rautenförmigem verbleiten Glaseinsatz), Haustür original (Oberlicht erneuert). Rückseite backsteinsichtig (gelber Ziegel), Fenster überwiegend original. Zum Denkmal zugehörig die rückwärtige Hofrandbebauung (viergeschossig mit ausgebautem Dachgeschoß), unterteilt in fünf Hauseinheiten (im Innern original: Terrazzoboden, Terrazzotreppenstufen, schmiedeeisernes Treppengeländer, Wohnungstüren; Haus Nr. 2: Treppenhaus-Oberlicht). Außerdem zugehörig die langrechteckige Grünfläche im nördlichen Hinterhof. Im Innern original: Marmorbodenplatten (Eingangsbereich), Wandfliesen, Wand- und Deckenstuck, Terrazzoboden (Flur), Terrazzotreppenstufen, Treppengeländer und Handlauf; schmiedeeisern, Wohnungstüren.

Die von Hermann Joseph Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Im Zuge ihrer Durchführung ab 1881 wurde im Norden u. a. die Weißenburgstraße als Allee angelegt, die in West-Ost-Richtung das sich durch aufwendigere Bebauung auszeichnende Gerichtsviertel durchquert. Das Wohnhaus Weißenburgstr. 57, unweit des Oberlandesgerichtes gelegen, ist integraler Bestandteil der überwiegend gründerzeitlichen Bebauung der nördlichen Seite des Straßenzuges. Aufgrund seiner besonderen, großdimensionierten Hinterhofbebauung mit einer Grünfläche als Mittelpunkt, hebt sich das Wohnhaus von seinen Nachbarbauten deutlich ab. Es spiegelt die Sozialstruktur der Stadtbevölkerung nach der Jahrhundertwende wider: die der höheren Gesellschaftsschicht Angehörenden wohnten in dem aufwendig gestalteten und ausgestatteten Hauptbau, Angehörige der unteren Gesellschaftsschicht in den einfachen Hinterhäusern. Mit seiner individuellen Fassadengestaltung, zum Beispiel der besonderen Betonung des Erd- und ersten Obergeschosses und der damit verbundenen optischen Zweiteilung der Fassade, sowie mit seiner Maßstäblichkeit und speziellen Parzellenüberbauung, bewahrt das o. g. Objekt das ursprüngliche Erscheinungsbild der Weißenburgstraße. Es gehört unverzichtbar zu dem Ensemble NeustadtNord dazu.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0