Siedlung "Göttersiedlung"
Heimdallstraße 5 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7078 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Heimdallstraße 5, 51107 Köln |
| Baujahr | um 1925 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.03.1994 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
Um 1925 erbaut; Teil der "Göttersiedlung"; freistehendes Haus auf nahezu quadratischem Grundriß, durch Torbogen über der Heimdallstraße mit Haus Nr. 6 verbunden, spiegelsymmetrische Gestaltung zu Haus Nr. 6; 1 - 2 Geschosse, Satteldach in Nord-Süd-Richtung; Putzfassaden mit traufseitigen Dachgesimsgliederungen, die um die Ecken herumgeführt sind; Südseite ohne Öffnungen; Westseite mit 2 Achsen, südliche Achse über 2 Geschosse reichend mit Dacherker mit Walmdach, rechteckige Fensteröffnungen, Fenster erneuert, ehemals Klappläden; Ostseite mit originalem verputzten Dachhaus mit 2 erneuerten Fenstern, südliche Fensteröffnung bis zum Boden stark vergrößert, neues Fenster, nördlich großflächige Maueröffnung mit Glasbausteinen, 1 kleine originale quadratische Fensteröffnung; nördliche Giebelseite mit Hauseingang, Türöffnung mit Putzrahmung, Haustür erneuert, ursprüngliche Außentreppe entfernt, neuer Treppenaufgang mit Podest aus Beton, 2 originale Dachgeschoßfenster. Im Inneren original erhalten: Holztreppe, Toilette mit Tür im EG neben dem Treppenantritt, Kellertür, 3 Türen im OG, Holzdielenböden im OG, Grundrisse in EG und OG teilweise verändert. Bestandteil des Denkmals ist der das Haus auf der Nord- und Ostseite umgebende Ziergarten (straßenseitige Einfriedungsmauer, Zaun und Tor neu); die neuere Garage im nordöstlichen Grundstücksbereich ist nicht Bestandteil des Denkmals.
Das Haus Heimdallstr. 5 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" geplant und errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Die zur Wodanstraße in deren oberem Teil quer verlaufende Heimdallstraße kennzeichnet städtebaulich die Eingangssituation zur gesamten Siedlung. Die als Allee angelegte Straße ist westlich der Häuser Nr. 5 und 6 platzartig erweitert, so daß den beiden Häusern mit ihren auf diesen Platz hin ausgerichteten Westfassaden und dem verbindenden mittleren Torbogen über der Straße besondere Bedeutung zukommt. Insofern sind beide Häuser Nr. 5 und 6 innerhalb der gesamten Siedlungsbebauung besonders prägnante Einzelerscheinungen. Die beiden gleich gestalteten und nur im Zusammenhang wirkenden Häuser gehören zu den ersten Bauten der Siedlung, die bereits um 1925 fertiggestellt wurden. Sie weisen einen schlichten Baustil mit nur geringem Zierrat auf, sind jedoch durch ihre eigenwillige Bauform charakterisiert. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden Gartenflächen. Trotz seines bereits in Teilen veränderten Erscheinungsbildes hat das Haus Heimdallstr. 5 seine außergewöhnliche Kubatur bewahrt und dokumentiert insgesamt die frühe Bebauungsphase der Siedlung. Es trägt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0