Siedlung "Göttersiedlung"
Heimdallstraße 1 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7231 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Heimdallstraße 1, 51107 Köln |
| Baujahr | um 1925 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.10.1994 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
Um 1925 erbaut; Teil der "Göttersiedlung"; Nachbarhaus von Rather Mauspfad 10; 1 Geschoß und ausgebautes Krüppelwalmdach, Dachhäuser auf der West- und Ostseite mit eigenen Walmdächern; Putzfassaden mit Dachgesimsgliederungen, die um die Ecken herumgeführt sind (im Dachgeschoß auf der West- und Südseite neu verschiefert.); Hauseingang auf der Südseite verändert mit späterem Fachwerkvorbau, Haustür erneuert; rechteckige Fensteröffnungen mit betonten Sohlbänken, Fenster erneuert, Schlagläden erneuert; originale Kellertreppe und originale Kellertür auf der Ostseite unter neuerer Überdachung. Im Inneren original erhalten: Holztreppe, Türzargen in EG und Dachgeschoß, Holzdielenböden im Dachgeschoß. Bestandteil des Denkmals ist auch der zum Haustyp gehörige, auf der West- und Südseite das Haus umgebende Garten mit z. T. älterem Baumbestand und teilweise originalem Einfriedungstor. Nicht Bestandteil des Denkmals ist die neuere Garage auf der Ostseite.
Das Haus Heimdallstr. 1 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Die zur Wodanstraße in deren oberem Teil quer verlaufende Heimdallstraße kennzeichnet städtebaulich die Eingangssituation zur gesamten Siedlung. Die als Allee angelegte Straße ist westlich der Häuser Nr. 5 und 6 platzartig erweitert, so daß den beiden Häusern mit ihren auf diesen Platz hin ausgerichteten Westfassaden und dem verbindenden mittleren Torbogen über der Straße besondere Bedeutung zukommt. Vom Rather Mauspfad aus in Blickrichtung auf diese städtebaulich prägnante Situation bilden die beiden im größeren Abstand zur Straße liegenden Häuser Heimdallstr. 1 und 2 optisch die rahmende Einführung in die Siedlung im Kreuzungsbereich der Straßen. Das Haus Heimdallstr. 1 gehört zu den ersten Bauten der Siedlung, die bereits um 1925 fertiggestellt wurden. Es weist einen schlichten Baustil mit nur geringem Zierrat auf. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden Gartenflächen, hier mit teilweise originalem Einfriedungstor und altem Baumbestand. Trotz seines bereits in Teilen veränderten Erscheinungsbildes hat das Haus Heimdallstr. 1 seine charakteristische Kubatur bewahrt und dokumentiert insgesamt die frühe Bebauungsphase der Siedlung. Es trägt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0