Wohnhaus

Berliner Straße 102 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7084
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Berliner Straße 102, 51063 Köln
Baujahrum 1880 bis 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.03.1994
Stadtteil Mülheim

Um 1880/90 erbaut; 3 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß (2 originale hölzerne Gauben); 3 Achsen; gelbe Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in stilitischen Anklängen an die Renaissance, EG in Stuck rustiziert; stichbogiger Hauseingang in rechter Achse, stichbogige Fensteröffnungen, im 2. OG rundbogig; Haustür und Fenster erneuert. Rückseite: backsteinsichtig; Fenster erneuert; Hoftür original; zwei- bis dreigeschossiger backsteinsichtiger Anbau mit verputzter Schmalseite und erneuerten Fenstern; zwischen Treppenhaus und Anbau spätere Erweiterungen in den OG's. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich und Treppenhaus ornamentierter Fliesenboden; gerade, zweiläufige Treppenanlage aus Holz mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten, geschlossener Wange im EG und konsolengestützten Zwischenpodesten in den OG's.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Die Berliner Straße, früher Wermelskirchener Straße, besaß als wichtiger alter Handelsweg in Richtung Dünnwald und das Bergische Land im 19. Jahrhundert als verkehrsreiche Ausfallstraße besondere Bedeutung. Das o. g. Objekt entstand im Zuge der Erstbebauung in gemischter Nutzung mit Wohn- und Geschäftshäusern. Innerhalb der noch in großer Dichte erhaltenen historischen Bausubstanz der Straße trägt das o. g. Objekt, das in der Dreigeschossigkeit die Tradition des ehemals für Köln typischen sog. Dreifensterhauses fortsetzt, zur Charakterisierung der baulichen Entwicklung des Straßenzuges bei und dokumentiert dessen historisches Erscheinungsbild. Das Gebäude zeichnet sich durch seine aufwendig stuckdekorierte Backsteinfassade aus, die bei leicht variierter Detailausführung der des Nachbarhauses Nr. 104 gleicht. Auch im Inneren stimmt es in der ungewöhnlichen, doppelt geradläufigen Treppenanlage mit diesem überein. Unter architekturhistorischen wie städtebaulichen Aspekten ist das o. g. Objekt deshalb auch im Hinblick auf das vermutlich gleichzeitig errichtete Nachbargebäude unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0