Wohn- u. Geschäftshaus
Berliner Straße 106 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7145 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Berliner Straße 106, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1936 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.06.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1936 erbaut; 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß; 5 Achsen; Werksteinfassade; axialsymmetrischer Aufbau mit mittlerem Hauseingang, flankiert von 2 Erkern über je einem Laden; Durchfahrt auf der rechten Seite, Tor erneuert; Fensteröffnungen rechteckig mit Werksteinrahmungen, im mittleren Treppenhaus stichbogig, originale Zierbrüstungen aus Metall, Fenster erneuert; Haustür erneuert; Ladenschaufenster und -türen original mit originalen ausklappbaren Markisen und Rolläden. Rückseite: Putzfassade; Loggien in Seitenachsen, Balkone im mittleren Bereich; Fenster erneuert; Kellertür original; seitlicher verputzter Souterrainanbau mit Flachdach, originaler Tür und originalen vergitterten Fenstern. Im Innern original erhalten: Im Eingangsbereich und Treppenhaus heller Natursteinfliesenboden; Treppe mit schwarzen Natursteinstufen, schwarzem Metallstabgeländer mit hölzernem Handlauf; halbhohe Wandverkleidung mit Keramikfliesen (zweifarbig: gelb, mit schwarzer Abschlußleiste); Wohnungstüren erneuert.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Die Berliner Straße, früher Wermelskirchener Straße, besaß als wichtiger alter Handelsweg in Richtung Dünnwald und das Bergische Land im 19. Jahrhundert als verkehrsreiche Ausfallstraße besondere Bedeutung. Ihre Bebauung ist vorwiegend durch Wohngeschäftshäuser geprägt. Innerhalb der noch in großer Dichte erhaltenen historischen Substanz der Erstbebauung des ausgehenden 19. Jahrhunderts und der Jahrhundertwende dokumentiert das o. g. Objekt als eines von wenigen Gebäuden eine jüngere Phase und trägt zur Charakterisierung der baulichen Entwicklung des Straßenzuges bei. Das um 1936 errichtete Haus zeichnet sich durch qualitätvolle Gestaltung und im Originalzustand erhaltene Ausstattung aus und ist in städtebaulicher wie bauhistorischer Hinsicht unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0