Wohnhaus

Hacketäuerstraße 21 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7101
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hacketäuerstraße 21, 51063 Köln
Baujahr1906
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.04.1994
Stadtteil Mülheim

1906 erbaut (Inschriftmalerei im 2. OG); 3 Geschosse und ausgebautes Mansarddachgeschoß; 3 Achsen, Hauseingang an der linken Gebäudekante verschiebt ein EG-Fenster nach rechts, Betonung der Mittelachse durch Giebel; Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Jugendstil; Haustür erneuert; Fenster größtenteils erneuert (Ausnahme: 2. OG links). Rückseite: backsteinsichtig; Hoftür original; Fenster erneuert, im EG teilweise mit originalen Gittern, Treppenhausfenster im Eckbereich original; dreigeschossiger backsteinsichtiger Anbau mit erneuerten Fenstern. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich Terrazzoboden und halbhohe Wandverkleidung mit Keramikfliesen (blau und weiß); im Treppenhaus Terrazzoboden und -treppe mit hölzernem Geländer und Antrittspfosten, halbhohe Wandleiste aus Holz; Wohnungstüren, Türen zum Anbau, Kellertür; teilweise Zimmertüren und Muldendecken.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Der Name Hacketäuerstraße, früher Kasernenstraße, leitet sich von dem zwischen 1902 und 1918 in der dortigen Kaserne untergebrachten Infantrieregiment Freiherr von Sparr (3. Westfälisches) Nr. 16 her, das im Volksmund als "Hacketäuer" (Hacke tau = Hau zu) bezeichnet wurde. Das o. g. Objekt entstand im Zuge der Erstbebauung der Straße mit Wohnhäusern um die Jahrhundertwende und dokumentiert als eines der jüngeren Gebäude mit Jugendstildekor, das auch im Inneren seine Originalausstattung weitgehend bewahrt hat, die bauliche Entwicklung des historischen Straßenbildes.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0