Wohn- u. Geschäftshaus

Hacketäuerstraße 38 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7102
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Hacketäuerstraße 38, 51063 Köln
Baujahr1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.04.1994
Stadtteil Mülheim

1904 erbaut (inschriftlich datiert an Erkerbrüstung im 1. OG); 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß, EG u. a. durch Ladeneinbau verändert; 4 Achsen; axialsymmetrischer Aufbau mit Betonung der Mittelachsen durch Erker im 1. OG mit aufgesetztem Balkon, Scheinbalkon im 3. OG und Giebel (teilweise zerstört); Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an Gotik, Renaissance und Jugendstil; Fensteröffnungen rechteckig, stichbogig und rundbogig; Fenster teilweise original.

Rückseite: backsteinsichtig; links vortretend mit viertelkreisförmigen Balkonen im Eckbereich (originale Eisengeländer); ehemals rundbogige Fensteröffnungen im Treppenhaus teilweise zugemauert; Fenster teilweise original, Hoftür original; eingeschossiger backsteinsichtiger Anbau; backsteinsichtige Einfriedungsmauer mit Pfeilern.

Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich Terrazzoboden, halbhohe Keramikwandfliesen, gekehlte Spiegeldecke; im Treppenhaus Terrazzoboden und -treppe mit gedrechseltem Holzgeländer mit Antritts- und Zwischenpfosten auf den Etagen, im EG Deckenspiegel aus Stuck; Wohnungsabschlußtüren.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Der Name Hacketäuerstraße, früher Kasernenstraße, leitet sich von dem zwischen 1902 und 1918 in der dortigen Kaserne untergebrachten Infantrieregiment Freiherr von Sparr (3. Westfälisches) Nr. 16 her, das im Volksmund als "Hacketäuer" (Hacke tau = Hau zu) bezeichnet wurde. Das o. g. Objekt entstand im Zuge der Erstbebauung der Straße mit Wohnhäusern um die Jahrhundertwende. Als integraler Bestandteil des nahezu geschlossenen Ensembles der Straßenseite gegenüber der ehemaligen Kaserne ist es trotz seines veränderten Erdgeschosses unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0