Wohn- u. Geschäftshaus

Von-Sparr-Straße 3 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2712
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Von-Sparr-Straße 3, 51063 Köln
Baujahr1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.10.1984
Stadtteil Mülheim

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den Ausbauprozeß dieser, bis 1914 selbständigen, Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen- und seit ca. 1850 Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch-politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jh. aus einer Gewerbestadt zum industiellen Vorort (Waggonfabrik Zypen & Charlier 1846, Bleiweißfabrik Lindgen & Söhne 1851, Walzwerk Böcking & Cie. 1872, Drahtseilerei Felten & Guilleaume 1874). Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit Bevölkerungszuwachs, der zur raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe der neuen Industrieanlagen führte.

Das viergeschossige Wohn- und Geschäftshaus mit einem Giebelgeschoß bildet eine Ecke zur Hacketäuerstraße und wurde 1903 errichtet. Es zeigt zwei Fassaden (zwei zu fünf Achsen) und eine abgeschrägte Ecke mit einem Eckerker, einem Erker, zwei Giebeln und einer Stuckgliederung mit neogotischem Dekor. Einige originale Fenster dokumentieren die ursprüngliche ästhetische Einheit der Fassadengestaltung. Die Rückfassade aus Backstein zeigt Eckbalkone mit originalen schmiedeeisernen Gittern. Im Hausinnern ist erhaltungswürdig: Fußbodenfliesen (mit der Inschrift "SALVE") und Decken- und Wandstuck (Putenfries) im Hausflur; eine Terrazzotreppe mit Holzgeländer und Terrazzopodesten (Inschrift "SALVE" vor jeder Wohnungstür, originale Wohnungseingangstüren und Deckenstuck im Treppenhaus; originale Zimmertüren mit Stuckdecken in den Wohnräumen sowie die originale Grundrißstruktur der Wohnungen. Mit dem gegenüberliegenden Eckhaus Nr. 42 korrespondiert das o. g. Objekt in Maß, Proportionen, Eckgestaltung und bildet somit ein repräsentatives Erscheinungsbild der Kreuzung der Von-Sparr-Straße mit der Hacketäuerstraße. Mit den Bauten Hacketäuerstraße Nr. 38, 52, 58, 60, 78 - 86 bildet das o. g. Objekt ein städtebauliches Ensemble von Häusern, die ästhetisch einen Mischcharakter darstellen: nach der Jahrhundertwende gebaut zeigen sie historisch komponierte Fassaden mit Jugendstildetails.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0