Wohn- u. Geschäftshaus
Von-Sparr-Straße 19 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7108 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Von-Sparr-Straße 19, 51063 Köln |
| Baujahr | 1901 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.04.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
1901 erbaut (Inschrift im mittleren Blendbogenfeld des 1. OG); 4 Geschosse und ausgebautes Mansarddachgeschoß, EG verändert (4 originale gußeiserne Stützen des ehemaligen Ladens noch vorhanden); 3 Achsen, Mittelachse durch flache Vorlage und gekuppelte Fenster betont; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an Gotik und Renaissance; Haustür erneuert; Fenster erneuert; links Einfahrt mit erneuertem Tor.
Rückseite: Putzfassade; Fenster in veränderten Öffnungen erneuert.
Im Inneren original erhalten: Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten.
Der rückwärtige veränderte Anbau ist nicht Bestandteil des Denkmals.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Der Name von-Sparr-Straße, früher Roonstraße, geht auf Feldmarschall Otto Christoph Freiherr von Sparr (ca. 1605-1668) zurück, nach dem das Infanterieregiment Freiherr von Sparr (3. Westfälisches) Nr. 16, die sog. "Hacketäuer" benannt war, das zwischen 1902 und 1918 in der ehemaligen, teilweise der Straße anliegenden Mülheimer Kaserne untergebracht war. Das o. g. Objekt entstand im Zuge der Erstbebauung der Straße um die Jahrhundertwende. Im Erdgeschoß erinnert es an den ehemals dort eingerichteten Kolonialwarenladen und dokumentiert die ursprüngliche, gemischte Nutzung der Häuser zu Wohn- und Geschäftszwecken. Als Zeugnis des historischen Erscheinungsbildes der Straße ist es im Ensemble mit den bis zur Ecke Berliner Straße anschließenden Nachbargebäuden unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0