Wohn- u. Geschäftshaus
Von-Sparr-Straße 23 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7119 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Von-Sparr-Straße 23, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.04.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1900 erbaut; 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß (originale Gauben), EG verändert; 3 Achsen, Betonung der Mittelachse durch Erker über 3 OG`s und Giebel; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an Gotik und Renaissance; Fenster original.
Rückseite: backsteinsichtig; 3 Achsen, rechte Achse im 2. und 3. OG vortretend, Mittelachse mit Balkonen; Fenster original. Neuer EG-Anbau ist nicht Bestandteil des Denkmals. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich Terrazzoboden und Deckenstuck; im Treppenhaus Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten, z. T. Wohnungstüren und Aborttüren; aus der Bauzeit des Nachbarhauses Nr. 21 um 1930 (ohne eigenes Treppenhaus) Wohnungstüren und halbhohe Keramikwandfliesen im EG und 1. OG.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Der Name von-Sparr-Straße, früher Roonstraße, geht auf Feldmarschall Otto Christoph Freiherr von Sparr (ca. 1605-1668) zurück, nach dem das Infanterieregiment Freiherr von Sparr (3. Westfälisches) Nr. 16, die sog. "Hakketäuer" benannt war, das zwischen 1902 und 1918 in der ehemaligen, teilweise der Straße anliegenden Mülheimer Kaserne untergebracht war. Das o. g. Objekt entstand im Zuge der Erstbebauung der Straße um die Jahrhundertwende. Als Zeugnis des historischen Erscheinungsbildes der Straße ist das Gebäude, das aufgrund ähnlicher Mittel der Fassadengestaltung etwa gleichzeitig mit dem Haus Nr. 19 entstand, unverzichtbar. Auch im Hinblick auf den im wesentlichen originalen Erhaltungszustand der Fassade - abgesehen vom Erdgeschoß - und auf die für das um 1930 errichtete Nachbarhaus Nr. 21 notwendige Erschließung durch das Treppenhaus ist das o. g. Objekt unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0