Wohnhaus
Leipziger Platz 5 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7114 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Leipziger Platz 5, 50733 Köln |
| Baujahr | 1904 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.04.1994 |
| Stadtteil | Nippes |
Errichtet 1904. Drei Geschosse, drei Achsen, Mansarddach. Betonung der Mittelachse durch fassadenhohen, zweifenstrigen Standerker und Dreiecksgiebel. Fassade in Putz, Stuck und Klinkern, stilpluralistisch gestaltet in Dekorationsformen eines überwiegend gotisierenden, teils auch barockisierenden Jugendstils. Alle Maueröffnungen original erhalten, die Fensteröffnungen jedoch verunstaltet infolge von Deckenabhängungen. - Haustür und (unter straßenseitiger Verblendung) auch das Hoftor original. Vorgarten mit modernem Einfriedungsgitter. Rückseite backsteinsichtig mit gelben Klinkerbändern; moderne Fenster. Im Innern original erhalten: Wand- und Bodenfliesen im Hausflur, Terrazzotreppe mit Holzgeländer (gedrechselte Stäbe und Antrittspfosten, Handlauf), Wohnungstür im 1. OG, in den Wohnungen z. T. Parkettböden.
Das Haus Leipziger Platz 5 ist ein Baudenkmal im Sinne von
§ 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes zu einem bedeutenden Industrieort, der als Bestandteil der Bürgermeisterei Longerich 1888 nach Köln eingemeindet wurde. Nachdem rapides Bevölkerungswachstum zu großer Wohnungsnot geführt hatte, erlebte Nippes seit etwa 1895 einen regelrechten Bauboom. Erstmals wurden nun auch Gebiete nördlich der alten Achse Flora-/Mauenheimer Straße systematisch für eine Bebauung durch mehrgeschossige Miethäuser erschlossen. So entstand in der kurzen Zeit von 1900 bis 1905 zwischen Flora- und Nordstraße das Netz gänzlich neuer Straßen, die allesamt wie ihr Zentrum, der Leipziger Platz, nach "Helden" oder Schlachtorten der "Befreiungskriege" benannt wurden. Die in diesen Jahren beginnende Bebauung des Viertels, insbesondere die Randbebauung der 1905 nach dem Entwurf von Fritz Encke geschaffenen Grünanlage entsprach der nach der Jahrhundertwende mit einer gewissen Stagnation der industriellen Entwicklung einsetzenden Wandlung des Industrieortes Nippes zum beliebten Wohnort auch wohlhabenderer Schichten des Mittelstandes.
"Leipziger Platz" heißt postalisch von jeher nur die seit 1901 bebaute Straße an der Südseite der Grünanlage. Das Haus Nr. 5 mit der gut proportionierten und in einer interessanten Variante des historisierenden Jugendstils dekorierten Fassade ist trotz der nachteilig veränderten Fensteröffnungen ein unverzichtbares Dokument der leider nur noch in unterbrochener Zeile erhaltenen ursprünglichen Randbebauung der Südseite des Platzes durch repräsentative Mietwohnhäuser.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0