Wohnhaus
Ewaldistraße 13 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7154 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Ewaldistraße 13, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.06.1994 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut: Um 1906; 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen, rechte Achse durch Erker mit Balkon (originales Brüstungsgeländer) auf annähernd segmentförmigem Grundriß und Ziergiebel besonders betont; Putzfassade mit detailreichen Stuckgliederungen in Anklängen an den Jugendstil; Erdgeschoß (Sockel mit Keramikplatten verkleidet) und 1. OG zu einem Sockgeschoß zusammengefaßt (bossiert); Fenster und Haustür mit Oberlicht erneuert. Rückseite backsteinsichtig, Fenster überwiegend erneuert. (Stichbögen zugemauert), Treppenhausfenster original. Zum Denkmal gehört die originale, verputzte Backsteinmauer im Westen und Süden des Grundstücks.
Im Innern original: Terrazzoboden mit Ornament, Wandfliesen (bis in Kopfhöhe) mit Abschlußleiste, Wand- und Deckenstuck im Eingangsbereich, Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Treppengeländer und Holzhandlauf.
Die von Hermann Joseph Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Vorbilder für die halbkreisförmige Anlage um den Altstadtkern (Deutscher Ring bis Ubierring) dienten Stübben die Städte Wien (Ringstraße als repräsentativer Boulevard) und Paris (sternförmig auf einen Platz zulaufende Straßen). Die Gesamtkonzeption vereinigt verschiedenartige Wohnviertel, deren Bebauung entsprechend ihrer Bewohnerschaft und Infrastruktureinrichtungen (z. B. das Oberlandgericht im "Gerichtsviertel") aufwendiger oder schlichter gestaltet ist. Im Zuge der ab 1881 begonnenen Stadterweiterunng wurde u. a. auch die Ewaldistraße angelegt, in deren Blickachse nach Nordosten die Agneskirche liegt.
Die Fassade des über den Zweiten Weltkrieg hinaus erhaltenen Wohnhauses Ewaldistraße 13, die horizontal durch ein bossiertes Sockelgeschoß (das die Fassade in zwei Teile teilt) und vertikal durch den Erker mit Ziergiebel gegliedert wird, weist eine besonders aufwendige Dekoration aus. Sie belegt das gesteigerte Repräsentationsbedürfnis der Kölner Bürgerschaft um die Jahrhundertwende. Das Gebäude als Ganzes, mit seiner nüchternen Hinterhofbebauung, ist ein sozialgeschichtliches Dokument. Es bewahrt mit seiner baukünstlerischen Gestaltung, seiner Maßstäblichkeit und Parzellenüberbauung (Art und Ausmaß der Bebauung) das ursprüngliche Erscheinungsbild des weitgehend geschlossen überlieferten Straßenzuges und gehört als integraler Bestandteil unverzichtbar zu dem gründerzeitlichen Ensemble Neustadt-Nord dazu.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0