Wohn- u. Geschäftshaus

Neusser Straße 39 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7158
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Neusser Straße 39, 50670 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.06.1994
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut: um 1905; 4 Geschosse, ausgebautes Giebelgeschoß, 3 Achsen, Mittelachsen durch Erker mit Balkon auf rechteckigem Grundriß besonders betont; Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Jugendstil; Erdgeschoß verändert (Ladeneinbau); Fenster und Haustür (in rechter Achse) erneuert. Rückseite: Backsteinsichtig, Fenster teilweise original. Nicht zum Denkmal gehört die eingeschossige Hofüberbauung. Im Innern original: Bodenfliesen und sparsamer Wand- und Deckenstuck im Eingangsbereich, Terrazzotreppenstufen, schmiedeeisernes Treppengeländer mit Holzhandlauf.

Die von Hermann Joseph Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Vorbilder für die halbkreisförmige Anlage um den Altstadtkern (Deutscher Ring bis Ubierring) dienten Stübben die Städte Wien (Ringstraße als repräsentativer Boulevard) und Paris (sternförmig auf einen Platz zulaufende Straßen). Die Gesamtkonzeption vereinigt verschiedenartige Wohnviertel, deren Bebauung entsprechend ihrer Bewohnerschaft und Infrastruktureinrichtungen (z. B. das Oberlandesgericht im "Gerichtsviertel") aufwendiger oder schlichter gestaltet ist. Im Zuge der ab 1881 begonnenen Stadterweiterung wurde u. a. auch die Neusser Straße, eine alte Ausfallstraße nach Norden, ausgebaut. Das nach wie vor als Wohn- und Geschäftshaus genutzte Gebäude Neusser Str. 39 hat den Zweiten Weltkrieg verhältnismäßig unbeschadet überdauert. Es bewahrt mit seiner baukünstlerisch wertvollen Gestaltung in der Formensprache des Jugendstils (trotz Erdgeschoß-Veränderung), seiner Bauhöhe und Parzellenüberbauung (Art und Ausmaß der Bebauung) das ursprüngliche Erscheinungsbild des Straßenzuges. Die Fassadengestaltung bestimmen die Vertikale akzentuierende Gestaltungselemente: der zentrierte Erker, die Fensterachsen rahmende Wandvorlagen und in deren Verlängerung die beiden Ziergiebel. Das o. g. Objekt wird so zu einem unverzichtbaren, integralen Bestandteil der es umgebenden gründerzeitlichen Bebauung in der Nähe der Straßenkreuzung Neusser Straße/Balthasarstraße und innerhalb des Ensembles Neustadt-Nord.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0