Wohnhaus

Schillingstraße 12 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6582
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Schillingstraße 12, 50670 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.07.1992
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut um 1905, Teil einer ursprünglich spiegelsymmetrischen Doppelhausanlage; 4 Geschosse, 2 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Gauben (verändert, ehemals auch mit Ziergiebel), 3geschossiger Erker in der rechten Achse; Fassade in verschiedenen Putztechniken und mit Stuckgliederungen im Jugendstil (EG und Traufzone zum Teil verändert), Fenster und Haustür verändert. Rückseite und seitlicher Anbau backsteinsichtig, Balkone (mit orig. schmiedeeisernem Brüstungsgitter), Fenster teilweise original, Tür original. Im Innern original erhalten: im Vestibül inkrustierter Terrazzoboden, reicher Wand- und Deckenstuck, Stuck am Stützbogen; im Flur Terrazzoboden, kurze Terrazzotreppe, Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten (beschädigt). Bestandteil des Denkmals ist auch der weitgehend erhaltene schmiedeeiserne Einfriedungszaun im Hinterhof.

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand im nördlichen Teil der Neustadt, zwischen Neusser- und Krefelder Straße, das sogenannte "Dreikönigsviertel" als reines Arbeiterviertel mit Häusern von eher schlichter Fassadengestaltung. Die Schillingstraße, vor der Stadterweiterung Teil des alten Bischofsweges, wurde im wesentlichen erst zu Beginn dieses Jahrhunderts, um 1901-05 bebaut. Das Haus Nr. 12 ist integraler Bestandteil der hier fast vollständig erhaltenen Häuserzeile (Nr. 10-18). Gleichzeitig bildet es zusammen mit seinem Nachbargebäude Nr. 12 a ein spiegelsymmetrisch angelegtes Doppelhaus, dessen Fassade in den beiden Außenachsen durch einen Erker und einen, beim o. g. Gebäude leider zerstörten Ziergiebel besonders betont worden ist. Die Verwendung von verschiedenen Putztechniken - etwa Fugenschnitt, Rillen- und Rauhputz - sowie die Stuckgliederungen im Jugendstil tragen darüber hinaus wesentlich zum abwechslungsreich gestalteten Erscheinungsbild des o. g. Objekts bei. Auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble wird das o. g. Objekt somit zum unverzichtbaren Dokument, das den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels bewahrt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0