Wohnhaus

Augustastraße 18 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7188
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Augustastraße 18, 51065 Köln
Baujahrum 1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.08.1994
Stadtteil Mülheim

Um 1904 erbaut; 2 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß (1 neuere Gaube); 2 Achsen, Betonung der linken Achse durch zweigeschossigen Risalit und Giebel; Fassade in EG und OG backsteinsichtig mit Gliederungen, im Dachgeschoß Fachwerk, Natursteinsockel; stichbogiger Hauseingang in rechter Achse, um einige Stufen höher und zurück gelegen; Haustür erneuert; stichbogige Fensteröffnungen, Fenster erneuert; Vorgarten mit erneuerter Einfriedung. Rückseite: Fassade verputzt, Fenster erneuert; zweigeschossiger verputzter Anbau mit erneuerten Fenstern; Einfriedungsmauern des Gartens. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich und Treppenhaus Terazzoboden, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten; im 1. OG teilweise Türen, im EG Parkettboden.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Die Augustastraße liegt in dem stark durchgrünten Wohnbereich zwischen Stadtgarten und den beiden Mülheimer Friedhöfen, der zur jüngeren gründer- und zwischenkriegszeitlichen Stadterweiterung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gehört. Im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie bis 1910 entstand im Gebiet südlich der Frankfurter Straße in Nachbarschaft des 1910-12 angelegten Stadtgartens ein Viertel gehobener Wohnqualität, dessen viergeschossige Bebauung vielfach durch Häuser mit Vorbauten und zum Teil aufwendige Gestaltung charakterisiert ist. Das Haus Nr. 18 vertritt zusammen mit dem benachbarten Gebäude Nr. 20 einen mit zwei Geschossen relativ niedrigen Bautypus, der als Zweifamilienhaus kleinmaßstäbigen Charakters die Erstbebauung der Straße dokumentiert. Es zeichnet sich baukünstlerisch besonders durch seine Fassadengestaltung aus. Die Kombination von Backstein und Putzflächen mit Fachwerkgiebel ist allgemein eine für Genossenschaftsbauten charakteristische Bauweise, die im Mülheimer "Stadtgartenviertel" ehemals häufiger vertreten war. Besonders an der Sonderburger Straße (früher Louisenstraße) gab es mehrere Beispiele. Der Beamten - Wohnungs - Verein Mülheim GmbH errichtete dort zwischen Glücksburgstraße (früher Sedanstraße) und Vincenzstraße ab 1904 gegenüber dem katholischen Friedhof Genossenschaftsbauten in entsprechendem Baustil mit Wohnungen für Beamte. Das Haus Augustastr. 18 läßt eine stilistische Orientierung an diesen Bauten erkennen und auch über die Bauherrenschaft eines Lehrers Bezüge zur Genossenschaft vermuten, die später in den 20er Jahren an der Ecke Augustastraße / Glücksburgstraße ihre Bautätigkeit fortsetzte. Als Zeugnis für das historische Erscheinungsbild der Straße, das die ursprüngliche Situation einschließlich Vorgarten bewahrt hat, ist das o. g. Objekt deshalb unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0