Wohnhaus

Augustastraße 20 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7189
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Augustastraße 20, 51065 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.08.1994
Stadtteil Mülheim

Um 1905 erbaut; 2 Geschosse und später ausgebautes Dachgeschoß; 2 Achsen, Betonung der rechten Achse durch Erker im OG und Giebel; Fassade im OG backsteinsichtig, im EG verputzt mit Fugenschnitt, Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an Gotik, Renaissance und Jugendstil; Hauseingang in linker Achse mit stuckgerahmtem originalem Oberlicht, Haustür original; unterschiedliche Fensteröffnungsformen, Fenster erneuert, Giebelfenster original; Vorgarten mit originaler Einfriedung (Eisenlanzenzaun). Rückseite: Fassade neu verputzt, Fenster erneuert; zweigeschossiger neu verputzter Anbau mit erneuerten Fenstern; Einfriedungsmauern des Gartens. Der spätere eingeschossige EG- Anbau ist nicht Bestandteil des Denkmals. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich und Treppenhaus Deckenstuck und Holztreppe (Stufen und Absätze neu belegt) mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Die Augustastraße liegt in dem stark durchgrünten Wohnbereich zwischen Stadtgarten und dem beiden Mülheimer Friedhöfen, der zur jüngeren gründer- und zwischenkriegszeitlichen Stadterweiterung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderte gehört. Im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie bis 1910 entstand im Gebiet südlich der Frankfurter Straße in Nachbarschaft des 1910-12 angelegten Stadtgartens ein Viertel gehobener Wohnqualität, dessen viergeschossige Bebauung vielfach durch Häuser mit Vorbauten und zum Teil aufwendige Gestaltung charakterisiert ist. Das Haus Nr. 20 vertritt zusammen mit dem benachbarten Gebäude Nr. 18 einen mit zwei Geschossen relativ niedrigen Bautypus, der als Zweifamilienhaus kleinmaßstäbigen Charakters die Erstbebauung der Straße dokumentiert. Es zeichnet sich baukünstlerisch besonders durch seine individuell in repräsentativen Formen gestaltete Fassade aus. Als Zeugnis für das historische Erscheinungsbild der Straße, das die ursprüngliche Situation einschließlich des original eingefriedeten Vorgartens bewahrt hat, ist das o. g. Objekt deshalb unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0