Wohnhaus
Vincenzstraße 11 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7198 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Vincenzstraße 11, 51065 Köln |
| Baujahr | um 1908 bis 1912 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.08.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1908-12 erbaut; 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß (Wiederaufbau ohne den ehemaligen Giebel); 3 Achsen; Betonung der Mittelachse durch Risalit; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Neuklassizismus; Haustür und Fenster erneuert; Reste (Mauersockel) der Vorgarteneinfriedung. Rückseite: backsteinsichtig, Fenster und Hoftür erneuert; backsteinsichtiger Anbau, 4 Geschosse (3. OG später), 3 Achsen, erneuerte Fenster; seitlich und rückwärtig originale Einfriedungsmauern des Hofes. Im Innern original erhalten: Im Eingangsbereich Terrazzoboden, Stützbogen zum Treppenhaus, dort Terrazzoboden und -treppe mit neuerem Eisengeländer; Wohnungsabschlußtüren erneuert.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Die Vincenzstraße liegt in dem stark durchgrünten Wohnbereich zwischen Stadtgarten und den beiden Mülheimer Friedhöfen, der zur jüngeren gründer- und zwischenkriegszeitlichen Stadterweiterung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gehört. Im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie bis 1910 entstand im Gebiet südlich der Frankfurter Straße in Nachbarschaft des 1910-12 angelegten Stadtgartens ein Viertel gehobener Wohnqualität, dessen viergeschossige Bebauung vielfach durch Häuser mit Vorbauten und zum Teil aufwendige Gestaltung charakterisiert ist. Das Haus Nr. 11 ist Bestandteil einer noch in großen Teilen erhaltenen Häuserzeile entlang der Vincenzstraße, die aus der Phase der Erstbebauung nach der Jahrhundertwende stammt. Insbesondere mit seiner Fassade in den Formen des Neuklassizismus, mit Teilen der inneren Ausstattung sowie mit rückwärtig erhaltenem ursprünglichen Anbau und originalen Einfriedungsmauern dokumentiert das Gebäude das historische Erscheinungsbild des Straßenzuges und ist deshalb unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0