Wohnhaus

Kunibertskloster 16 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7202
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Kunibertskloster 16, 50668 Köln
Baujahr1959 bis 1960
Architekt / PlanungMarcel Felten
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.09.1994
Stadtteil Altstadt/Nord

Erbaut 1959-60, Architekt: Marcel Felten; Eckhaus auf rechteckigem Grundriß mit steilem pfannengedecktem Satteldach, 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Spitzbodenausbau 1985; Fassadengestaltung mit Klinkern und Sichtbeton; es dominiert die horizontale Gliederung, akzentuiert durch umlaufende Geschoßgesimse in Sichtbeton, im Erdgeschoß an der Fassade von Portal unterbrochen, an der Fassade zur Kunibertsklostergasse zwischen den Balkonen durch querliegende Fenster ersetzt. Als Gegengewicht wirken die eine Vertikale bildenden weit vorkragenden, frontal holzverkleideten Balkone (im 1. bis zum Dachgeschoß) der Fassade zur Kunibertsklostergasse.

Fassade zum Kunibertskloster: im Erdgeschoß 3 Fenster und Eingang durch älteres Spitzbogenportal, in der linken Achse im 1. bis 3. Obergeschoß Loggien mit holzverkleideter Brüstung und anschließendem Fensterpaar. Rückseite wie Fassadenansicht. Zum Denkmal zugehörig die verputzte Mauer im Norden des Grundstücks sowie die im Süden an das Objekt anschließende ältere Mauer mit Tor (Datierung im Schlußstein: 1508), Treppengiebel, Wappen und Inschrifttafel:

FRIDERICUS.LUDOVI... PRAEPOSITUS.ET.ARC... S.CUNIBERTI.METROPOLITANAE ...SEVERINI CANON... .RESTAURAVIT...

Die beiden Portale aus dem 15. und 16. Jahrhundert wurden bereits am 17.10.1984 in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen.

Fenster alle erneuert (ehemals Metallfenster), Haustür mit Holzrahmen und Glasfüllung original. Im Inneren original: große Naturstein-Bodenplatten mit unregelmäßigem Rechteckformat, holzverkleidete Wände, Treppenstufen mit Linoleum belegt, Metallgeländerstäbe mit breitem Holzbrett und schwarzem Mipolamhandlauf; Wohnungstüren original. Im Inneren der östlichen Erdgeschoßwohnung original: Wandschrank aus Holz in der Diele, Parkettböden in Diele und Wohnzimmer, holzverkleidete Fenstergewände und Heizungen, Durchreiche von Küche zu Wohnzimmer.

Das o. g. Objekt ist bedeutend für die Geschichte des Menschen in Köln, weil es die Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg in historisch geprägter Umgebung dokumentiert. Das Gelände nördlich von St. Kunibert wurde im Zuge der mittelalterlichen Stadterweiterung erschlossen. Im 18. Jahrhundert errichtete man im Anschluß an den im Nordosten der Kirche gelegenen Kreuzgang das Kunibertskloster mit mehreren Gebäuden, die bis ins späte 19. Jahrhundert erhalten geblieben sind. Das Spitzbogenportal des Wohnhauses Kunibertskloster 16 ist ein Relikt eines Klostergebäudes. Die im Süden an das Objekt anschließende Mauer mit Tor (Datierung 1508 im Schlußstein), Treppengiebel, Wappen und Inschrifttafel gehörte ebenfalls zu dem Klosterkomplex. Die beiden sich gegenüberliegenden Bauten Kunibertskloster 16 und St. Kunibert treten in einen Dialog miteinander. Die Südseite von Kunibertskloster 16 öffnet sich zur Kirche hin und betont die aufstrebende Vertikale durch den Giebel und die übereinanderliegenden Balkone und setzt einen städtebaulich markanten Eckakzent.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0