Jugendfreizeitheim m. Küsterwohnung St. Kunibert

Kunibertsklostergasse 3 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7010
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungJugendfreizeitheim m. Küsterwohnung St. Kunibert
Adresse Kunibertsklostergasse 3, 50668 Köln
Baujahr1956
Architekt / PlanungKarl Band
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 18.01.1994
Stadtteil Altstadt/Nord

Erbaut 1956 von Karl Band; 3 Geschosse, Keller- und Dachgeschoß, Flachdach, 5 Achsen, 1 Achse am nach Westen gerichteten backsteinverkleideten Treppenhaustrakt; 2 Achsen breiter und verhältnismäßig tiefer Balkon dem 2. Obergeschoß vorgesetzt, vergleichbarer Balkon mit anschließender Terrasse und originalem Ziergitter dem Dachgeschoß vorgelagert; verputzter Mauerbau, Verwendung von Stahlbeton; Fenster überwiegend mit Oberlicht, teilweise original, die quadratischen Souterrainfenster mit originalem Ziergitter, Fenster und Haustür des Treppenhaustrakts erneuert; Westansicht: optische Hervorhebung des Kaminverlaufs, erneuertes Dachfenster. Rückseite verputzt, Fenster original; Kellerzugang. Im Innern original: grüne Steinholzplatten, Treppenstufen mit grünem Steinholzbelag, Stabgeländer und Holzhandlauf, Linoleumplatten vor Eingangstüren; Wände zum Teil backsteinsichtig, zum Teil verputzt.

O. g. Objekt befindet sich im Norden der Kölner Altstadt, die im Zweiten Weltkrieg zu 90 % zerstört worden ist. Das Gelände auf dem der heutige Bau steht, nördlich von St. Kunibert, war Ende des 19. Jahrhunderts nicht bebaut. Es bestand als Freiraum zwischen den von Raschdorff 1861/62 und Weyer 1877/79 errichteten Schulgebäuden an der Kunibertsklostergasse, die dem Krieg zum Opfer fielen. Im Mittelalter wurde die Parzelle als Weingarten genutzt. Das Jugendheim mit Küsterwohnung ist nach dem Krieg in unmittelbarer Nähe zu St. Kunibert errichtet worden. Das Gebäude setzt sich aufgrund seiner Gestalt deutlich von dem mittelalterlichen Sakralbau ab. Seine schmucklose Fassade ist gekennzeichnet durch regelmäßige Fensterbänder, freischwebend wirkende, vorgesetzte Balkone und durch den vertikalen kontrastierenden Backsteinstreifen. Das flache Dach paßt sich in der Höhe seinem Nachbarbau an, der ebenfalls von Karl Band errichtet wurde. Es liegt hier ein markantes und qualitätvolles Beispiel der Nachkriegsarchitektur in historisch geprägter Umgebung vor, das auch von großem Interesse innerhalb des architektonischen Gesamtwerkes des bedeutenden Kölner Architekten ist. O. g. Objekt ist daher unverzichtbares Dokument der Neugestaltung der Kölner Altstadt nach dem Zweiten Weltkrieg und gleichzeitig wichtiger Bestandteil des 50er-JahreGebäudeensembles nördlich von St. Kunibert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0