Siedlung "Göttersiedlung"

Baldurstraße 4 · Rath/Heumar

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7209
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Göttersiedlung"
Adresse Baldurstraße 4, 51107 Köln
Baujahr1927 bis 1928
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.09.1994
Stadtteil Rath/Heumar

1927/28 erbaut; Architekten: Pasmann & Bonn (?); Teil der "Göttersiedlung"; Bestandteil einer Dreierhausgruppe an der Ecke zur Wodanstr. (Nr. 81 und 83); 2 Geschosse und ausgebautes Walmdach (straßenseitig mit den Nachbarhäusern verbundenes Gaubenband); Putzfassaden mit Ziergesimsen; straßenseitig 2 Achsen, rechteckige Fensteröffnungen, Fenster original, Klappläden im OG und Dachgeschoß original; Hauseingang auf der Nordseite, Haustür original, Außentreppe mit seitlichen Brüstungsmauern; Rückseite: Terrasse mit Brüstungsmauer und seitlicher Treppe (neuere Überdachung); Fenster im EG erneuert, Treppenhausfenster mit originaler Bleiverglasung. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich und Treppenhaus Holztreppe, roter Tonfliesenboden; alle Türen (im OG 2 mit nachträglicher Verglasung); Raumaufteilung in EG und OG leicht verändert. Bestandteil des Denkmals ist auch der zum Haustyp gehörige Vorgarten und der Garten mit straßenseitig originaler, an der Ecke gerundeter Einfriedungsmauer. Nicht Bestandteil des Denkmals ist die neuere Bebauung des hinteren Grundstückbereichs an der Baldurstraße.

Das Haus Baldurstr. 4 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Zu dieser sachlich geprägten Bebauung,die im Detail von geometrischer Formgebung bestimmt ist, gehören auch die Häuser im Kreuzungsbereich mit der Baldurstraße. Das Haus Baldurstr. 4 vertritt diesen charakteristischen Typ im Eckbereich Wodanstr./Baldurstraße, die sich hier platzartig weitet. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden Gärten, hier mit originaler Einfriedung. Dank seines weitgehend unveränderten Erscheinungsbildes trägt das o. g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0