Siedlung "Göttersiedlung"
Wodanstraße 81 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7244 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Wodanstraße 81, 51107 Köln |
| Baujahr | 1927 bis 1928 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.10.1994 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
1927/28 erbaut; Architekten: Pasmann und Bonn; Teil der "Göttersiedlung"; Bestandteil einer Dreierhausgruppe an der Ecke zur Baldurstr.; 2 Geschosse und ausgebautes Walmdach (straßenseitig mit den Nachbarhäusern verbundenes Gaubenband, südlich 1 originale Gaube); Putzfassaden mit Ziergesimsen; straßenseitig 2 Achsen, axialsymmetrischer Aufbau zum Nachbarhaus Nr. 83; Hauseingang in rechter Achse, Haustür original; Außentreppe mit originalem Geländer, Außenlampe original; rechteckige Fensteröffnungen, Fenster original, teilweise mit originalem Ziergitter, originale Klappläden. Rückseite: Altan mit Brüstungsmauer des Balkons, darunter Garage im Souterrain mit erneuertem Tor und originalen Metallgeländern der Zufahrt; Treppe mit seitlicher Brüstungsmauer vom EG in den Garten; Fenster und Küchentür original (südliches Fenster im Altan erneuert), originale Klappläden. Im Inneren original erhalten: Holztreppe, alle Türen, Tonfliesenboden (schwarz-weiß) in Küche und Bad, Holzdielenböden im Dachgeschoß. Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten mit teilweise originaler Einfriedungsmauer (Pfeiler und Mauersockel) und der rückwärtige Garten.
Das Haus Wodanstr. 81 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Zu dieser sachlich geprägten Bebauung, die in der Kubatur und im Detail von geometrischer Formgebung bestimmt ist, gehört auch das Haus Wodanstr. 81, das im baulichen Verband einer Dreierhausgruppe mit Wodanstr. 83 und Baldurstr. 4 im Eckbereich zur Baldurstraße den Kreuzungsbereich wesentlich prägt. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten Flächen - der Vorgarten und der rückwärtige Garten. Dank seines nahezu unveränderten Erscheinungsbildes trägt das o. g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0