Siedlung "Göttersiedlung"

Baldurstraße 5 · Rath/Heumar

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7225
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Göttersiedlung"
Adresse Baldurstraße 5, 51107 Köln
Baujahr1930
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.10.1994
Stadtteil Rath/Heumar

1930 erbaut; Teil der "Göttersiedlung"; Doppelhaushälfte; 2 Geschosse und ausgebautes Walmdach; Putzfassaden; 2 Achsen, in linker Achse Altan mit erneuerter Balkonbrüstung; Fenster in Teilen verändert (Rahmen original, Sprossen entfernt, neue Verglasung), originale Klappläden im OG, neue Fenstergitter im EG; neue Terrasse. Seitenfassade: Hauseingang mit originaler Haustür, Vordach und Außentreppe mit seitlichen Brüstungsmauern original; Fenster im EG original mit Vergitterung, im OG erneuert, originale Klappläden. Rückseite: überdachte Terrasse mit Brüstungsmauer und Kellertreppe mit Metallgeländer (neuer Fliesenbelag); Fenster teilweise erneuert, Kellertür. Im Inneren original: Holztreppe, Türen. Bestandteil des Denkmals ist auch der zum Haustyp gehörige Garten mit teilweise originaler, an der Ecke gerundeter Einfriedungsmauer, Tor erneuert.

Das Haus Baldurstr. 5 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Zu dieser sachlich geprägten Bebauung, die im Detail von geometrischer Formgebung bestimmt ist, gehören auch die Häuser im Kreuzungsbereich mit der Baldurstraße. Das Doppelhaus Nr. 5/7 vertritt diesen charakteristischen Typ. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten Flächen, hier mit teilweise originaler Einfriedung des Gartens. Dank seines weitgehend unveränderten Erscheinungsbildes trägt das o. g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0