Siedlung "Göttersiedlung"
Baldurstraße 7 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7292 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Baldurstraße 7, 51107 Köln |
| Baujahr | 1930 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.12.1994 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
1930 erbaut; Teil der "Göttersiedlung"; Doppelhaushälfte; 2 Geschosse und ausgebautes Walmdach; Putzfassaden; 2 Achsen, in rechter östlicher Achse Altan mit originaler Balkonbrüstung; hochrechteckige Fensteröffnungen, im Altan große querrechteckige Öffnung, Fenster erneuert, originale Klappläden im OG; auf der Ostseite neuerer Treppenhausanbau mit Hauseingang und neuerer Garagenanbau (nicht Bestandteile des Denkmals), originale Haustür als Wohnungstür zum EG im neuen Anbau. Rückseite: Fenster erneuert, Klappläden original. Im Inneren durch Umbau zum Zweifamilienhaus teilweise verändert in der Grundrißgestaltung; original erhaltene Zimmertüren und Holztreppe im OG.
Bestandteil des Denkmals ist auch der zum Haustyp gehörige Vorgarten mit straßenseitig teilweise originaler Einfriedung (Mauersockel und Pfeiler) sowie der rückwärtige Garten.
Das Haus Baldurstr. 7 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Zu dieser sachlich geprägten Bebauung, die im Detail von geometrischer Formgebung bestimmt ist, gehören auch die Häuser im Kreuzungsbereich mit der Baldurstraße. Das Doppelhaus Nr. 5/7 vertritt diesen charakteristischen Typ. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten Flächen, hier mit teilweise originaler Einfriedung des Gartens. Trotz seines teilweise veränderten Erscheinungsbildes trägt das o. g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0