Wohnhaus
Aduchtstraße 9 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7229 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Aduchtstraße 9, 50668 Köln |
| Baujahr | um 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.10.1994 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut: um 1910, 4 Geschosse, Souterrain, später ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen, Mittelachse durch Erker auf
rechteckigem Grundriß besonders betont; Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Neoklassizismus; Fenster und Haustür erneuert, Souterrainfenster teilweise original, Souterraingitter original. Rückseite verändert und verputzt, Fenster erneuert. Zum Denkmal gehört das originale schmiedeeiserne Gitter, das den Garten im Westen einfriedet.
In Innern Original: teilweise Stuckdecken in den Wohnungen, in einem der Straße zugewandten Raum im Hochparterre: modifizierte Kölner Decke.
Die von Hermann Joseph Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Vorbilder für die halbkreisförmige Anlage um den Altstadtkern (Deutscher Ring bis Ubierring) dienten Stübben die Städte Wien (Ringstraße als repräsentativer Boulevard) und Paris (sternförmig auf einen Platz zulaufende Straßen). Die Gesamtkonzeption vereinigt verschiedenartige Wohnviertel, deren Bebauung entsprechend ihrer Bewohnerschaft und Infrastruktureinrichtungen aufwendiger oder schlichter gestaltet ist. Im Zuge der ab 1881 begonnenen Stadterweiterung wurde u. a. auch die Aduchtstraße nordöstlich des Oberlandesgerichts angelegt. In dem ehemals gutbürgerlichen Wohnquartier um das Oberlandesgericht dominieren verhältnismäßig aufwendig gestaltete, repräsentative Mietwohnhäuser, zu denen mindestens im rückwärtigen Bereich ein Garten gehört. Dementsprechend fügt sich auch das oben genannte Objekt in die Aduchtstraße und den nördlich angrenzenden Neusser Wall ein. Das in Anklängen an den Neoklassizismus errichtete Wohnhaus mit relativ sparsam verteilten, historisierenden Schmuckmotiven kennzeichnet eine weitgehend symmetrische, klar gegliederte Fassadenkomposition. Erstes und zweites Obergeschoß werden gestalterisch zusammengefaßt und somit zur Hauptpartie der Fassade, die das Repräsentationsbedürfnis des Bürgertums kurz vor dem Ersten Weltkrieg bezeugt. Das Wohnhaus Aduchtstr. 9, das im Zweiten Weltkrieg relativ stark beschädigt wurde, bewahrt trotz Nachkriegsveränderungen im Innern (z. B. Verlegung des Treppenhauses) und Äußeren (z. B. Dachgeschoßausbau) das ursprüngliche Erscheinungsbild der weitgehend geschlossen erhaltenen Bebauung im nördlichen und nordwestlichen Straßenzug. Es ist Bestandteil einer Gebäudegruppe (z. B.: Aduchtstr. 7 - 11, 12 und Neusser Wall 40 - 46), die um 1910/1912 in einer vergleichbaren Formensprache erbaut worden ist und gleichzeitig integraler Bestandteil des Ensembles Neustadt/Nord und somit der überregional bedeutende Stübbenschen Stadterweiterung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0