Wohn- u. Geschäftshaus
Platenstraße 20 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7233 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Platenstraße 20, 50825 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.10.1994 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Um 1900 erbaut; Eckhaus zur Marienstr.; 3 Geschosse und ausgebautes Mansarddach; 4:4 Achsen und abgeschrägte Ecke; Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Klassizismus, EG verändert (vollständige weiße Fliesenverkleidung, Fensteröffnungen teilweise geschlossen); Hauseingang in linker Achse zur Platenstraße, Haustür erneuert; Ladeneingang auf der Ecke, Tür erneuert; rechtekkige Fensteröffnungen, Fenster erneuert. Rückseite: Fassade neu verputzt; im EG Hof teilweise überbaut, Dachterrasse mit originalem Metallgeländer; Hoftür erneuert; Fensteröffnungen teilweise stichbogig (Treppenhaus), teilweise verändert und mit Glasbausteinen zugesetzt, Fenster erneuert. Der kleine neuere Anbau auf der Ostseite des Hofes ist nicht Bestandteil.
Inneres durch Ladennutzung und Erneuerung der Wohnungen verändert; im Treppenhaus original erhaltene Holztreppe mit Holzgeländer (gedrechselte Stäbe und geschwungener Antrittspfosten).
Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der Mitte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung nach Köln im Jahre 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Das Gebiet nördlich der Eisenbahnlinie wurde ab 1872 durch ein rechtwinkliges Straßensystem erschlossen. Hier entstand zur Schaffung von Wohnraum für die schnell wachsende Zahl der Arbeiter in den sich rasch vergrößernden und neu entstehenden Fabriken Ehrenfelds eine vielfach gleichartige Bebauung mit Häusern für geringe Ansprüche. An der Platenstraße sind im Kreuzungsbereich mit der Marienstraße noch in geschlossenem Ensemble Häuser dieser gründerzeitlichen Erstbebauung um 1900 erhalten, zu denen auch das o. g. Eckhaus Platenstr. 20 gehört. Die in den Obergeschossen unverändert erhaltene Gestaltung der Fassade in Backstein mit klassizistischen Formanklängen wiederholt sich ähnlich bei den benachbarten Häusern Marienstr. 4 und 2. Mehrmalige gleichförmige Wiederholung von Haustypen und Fassaden in einer Reihe ist bezeichnend für diese um 1900 als Spekulationsobjekte errichteten Wohnbauten für untere Einkommensgruppen. Eigentümer des Hauses Platenstr. 20 waren die Bauunternehmer und Ziegeleibesitzer Wilhelm Mann sen. und jun. (auch als Architekt tätig), deren Immobilien- und Baubüro sich im gleichen Hause befand. Zusammen mit den an der Platenstraße anschließenden Häusern Nr. 22 und 24-30 mit schlichten übereinstimmenden Backsteinfassaden, deren Bauherr W. Mann war, spiegelt das o. g. Objekt somit auch die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Bauzeit. Es dokumentiert trotz des veränderten Erdgeschosses das ursprüngliche Erscheinungsbild der Straße und eine den Stadtteil Ehrenfeld prägende historische Phase und ist deshalb unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0