Wohnhaus
Platenstraße 24 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7255 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Platenstraße 24, 50825 Köln |
| Baujahr | 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.11.1994 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
1900 erbaut; baugleich mit Nr. 26-30; 4 Geschosse; 4 Achsen, im EG verschoben mit mittlerem Hauseingang; Backsteinfassade mit Stuckgliederungen (EG mit rustiziertem Fugenschnitt, im 3. OG Pilastergliederung); Tür- und Fensteröffnungen flach stichbogig, im 3. OG rechteckig, Haustür erneuert, Fenster erneuert. Kleiner verputzter Lichthof, stichbogige Durchgänge zu Vorder- und Hinterhaus, Tür zum rückwärtigen Treppenhaus original, Fenster größtenteils original, spätere eingeschossige Anbauten (nicht Bestandteil).
Rückseite: backsteinsichtige Fassade, Fensteröffnungen sehr flach stichbogig, Fenster erneuert, stichbogige Kellertüröffnung mit erneuerter Tür; Teile einer backsteinsichtigen Einfriedungsmauer.
Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich und rückwärtigen Treppenhaus im Hinterhaus (runder Verlauf der Rückwand) Terrazzoboden, Holztreppe mit Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten, Holzdielenböden, alle Wohnungstüren.
Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der Mitte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung nach Köln im Jahre 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Das Gebiet nördlich der Eisenbahnlinie wurde ab 1872 durch ein rechtwinkliges Straßensystem erschlossen. Hier entstand zur Schaffung von Wohnraum für die schnell wachsende Zahl der Arbeiter in den sich rasch vergrößernden und neu entstehenden Fabriken Ehrenfelds eine vielfach gleichartige Bebauung mit Häusern für geringe Ansprüche. An der Platenstraße sind im Kreuzungsbereich mit der Marienstraße noch in geschlossenem Ensemble Häuser dieser gründerzeitlichen Erstbebauung um 1900 erhalten. Charakteristisch für die Häuser Platenstr. 22 und 24-30 sind die übereinstimmenden schlichten Fassadengestaltungen in Backstein mit sparsamen Gliederungen und eine größtmögliche bauliche Ausnutzung der Parzellen. Diese mehrmalige gleichförmige Wiederholung von Haustypen und Fassaden in einer Reihe ist bezeichnend für die um 1900 als Spekulationsobjekte errichteten Wohnbauten für untere Einkommensgruppen. Bauherren der Häuser waren W. Mann sen., Bauunternehmer und Ziegeleibesitzer und W. Mann jun. (auch als Architekt tätig), die im benachbarten Eckhaus Nr. 20 ein Immobilien- und Baubüro unterhielten. Das o. g. Objekt Platenstr. 24 spiegelt somit in seinem baulichen Zusammenhang auch die gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Bauzeit wider. Es dokumentiert dank seiner in wesentlichen Teilen erhaltenen Substanz das ursprüngliche Erscheinungsbild der Straße und eine den Stadtteil Ehrenfeld prägende historische Phase und ist deshalb unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0