Siedlung "Göttersiedlung"
Wodanstraße 91 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7236 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Wodanstraße 91, 51107 Köln |
| Baujahr | 1928 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.10.1994 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
1928 erbaut; Architekten: Pasmann & Bonn; Teil der "Göttersiedlung"; zweigeschossige Doppelhaushälfte, Walmdach; 2 Achsen; Putzfassade; Hauseingang in rechter Achse, originale Außentreppe mit Brüstungsmauer und flacher Überdachung auf hölzernen Säulen (Vordach neu unterschalt und nach Norden verlängert), Haustür original; rechteckige Fensteröffnungen, Fenster erneuert, ehemals Klappläden, originales Fenstergitter neben der Haustür; Fenster der Nordseite mit Glasbausteinen zugesetzt. Rückseite: Putzfassade; 2 Achsen; Fensteröffnungen teilweise vergrößert im EG, Fenster erneuert, ehemals Klappläden; neuere Dachgaube; neuere Terrasse, seitlich originale Außentreppe mit Brüstungsmauer. Im Innern original erhalten: Holztreppe, großenteils Türen (teilweise neu verkleidete Türblätter), Steinholzfußböden und Holzdielenböden. Bestandteil des Denkmals ist auch der zum Haustyp gehörige Vorgarten mit straßenseitig großenteils originaler Einfriedung und der rückwärtige Garten. Nicht Bestandteil des Denkmals ist der neuere eingeschossige Anbau mit Garage auf der Nordseite des Hauses.
Das Haus Wodanstr. 91 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Zu dieser sachlich geprägten Bebauung, die im Detail von geometrischer Formgebung bestimmt ist, gehört auch das Doppelhaus Wodanstr. 89/91. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten Flächen - hier der großenteils original eingefriedete Vorgarten und der rückwärtige Garten. Trotz seines in Teilen leicht veränderten Erscheinungsbildes hat das o. g. Objekt wesentliche originale Substanz sowie die Kubatur bewahrt und trägt auch im Hinblick auf das Nachbarhaus Nr. 89 zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln eizigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0