Siedlung "Göttersiedlung"

Wodanstraße 93 · Rath/Heumar

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7248
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Göttersiedlung"
Adresse Wodanstraße 93, 51107 Köln
Baujahr1928 bis 1930
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.10.1994
Stadtteil Rath/Heumar

Erbaut ca. 1928/30; Teil der Göttersiedlung; 2 Geschosse, ausgebautes Dach; abgeschlepptes Walmdach mit 2 Gauben an der Vorder- und je einer Gaube an der Seiten- und Rückfront; je zweiachsige Vorder- und Rückfront; Putzfassaden mit leicht abgesetztem Kellergeschoß; Erschließung durch einen seitlich den Baukörper erweiternden kubischen Eingangsbereich mit originaler Treppe und Wangenmauer; im 1. OG Nutzung des Eingangsbereiches als Terrasse mit hüfthoher Brüstung; linker Bereich des straßenseitigen 1. OG loggiaartig eingezogen mit leicht auskragender Bodenplatte und originaler Rundstütze; Geländer verändert; sämtliche Fenster und Türen erneuert (im Eingangsbereich Glasbausteine) mit Ausnahme zweier Kellerfenster unter der Gartenterrasse; an der Rückfront vermittelt eine in der Tiefe verspringende Terrasse mit neuem Belag zwischen dem EG, dem Gartenniveau und dem Souterrain; Abdeckungen der Terrassenbrüstung und eiserne Handläufe original; Dachrinnen und -deckung sowie Gaubenverkleidung erneuert; zum Denkmal gehörend: an der südlichen Grundstücksgrenze Garage im Gartenbereich (erbaut wie Wohnhaus) und originale Einfriedung zur Wodanstraße (gemauerte und verputzte Pfeiler, schlichtes Gitter teilweise erneuert und Tor); Innen: sämtliche Türen, Türrahmungen und gesamte Treppenanlage in Holz original; ebenso Grundrißaufteilung; Fußleisten entfernt; überall neuer Estrich; ansonsten originale Betondecken und Schwemmsteinwände; Dachgeschoß umgebaut; Bad, Installationen und Heizung erneuert; Heizkörper original.

Das Haus Wodanstr. 93 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische , häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter, zweigeschossiger Haustyp durch, zu dem auch das Doppelhaus Wodanstr. 93/95 gehört. Dieser, sich in den späten 20er Jahren entwickelnde Bautyp ist durch einen weitestgehenden Verzicht auf fassadengliedernde Schmuckelemente charakterisiert. Einzig durch die Kubatur des Baukörpers verändernde Eingriffe, wie beim Fassadenrücksprung im Bereich der Loggia, dem seitlich vorspringendem Eingangsbereich und der rückwärtigen Terrasse werden funktionsbedingte Gliederungen des Gebäudes vorgenommen. Dies entspricht in seiner Sachlichkeit einer am sogenannten "Neuen Bauen" orientierten ARchitekturauffassung, ohne dabei jedoch radikal mit tradierten Bauformen wie dem abgeschleppten Dach oder den Schlagläden zu brechen. So ist das o. g. Objekt einerseits Beispiel des regional geprägten, reformierten Baustils, der bemüht ist, die traditionalistische Architekturauffassung mit progressiven Reformansätzen zu verbinden. Andererseits trägt das Haus Wodanstr. 93 dank seines im wesentlichen unveränderten Erscheinungsbildes zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, wobei ausdrücklich darauf hinzuweisen ist, daß zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten Flächen, hier der Vor- und rückwärtige Garten, gehören, was durch die der Gesamtplanung zugrunde liegenden Idee er Gartenstadt bedingt ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0