Siedlung "Göttersiedlung"
Wodanstraße 77 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7428 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Wodanstraße 77, 51107 Köln |
| Baujahr | um 1928 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.03.1995 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
Um 1928 erbaut; Architekten: Pasmann & Bonn (?); Teil der "Göttersiedlung"; Doppelhaushälfte; 2 Geschosse und ausgebautes Walmdachgeschoß (straßenseitig mit dem Nachbarhaus verbundenes Gaubenband); Putzfassaden; 2 Achsen; Hauseingang in linker Achse, Betonung durch um die Ecke greifendes Stuckgesims, originale Haustür, Außentreppe mit neuem Fliesenbelag und originaler abgetreppter Brüstungsmauer; rechteckige Fensteröffnungen, Fenster original (Dachfenster erneuert), Rolladenanlage (erneuerte Lamellen) im EG und Klappläden im OG original, im EG originales Ziergitter; Seitenfassade mit 3 kleinen originalen Rechteckfenstern im EG, 1 neue Dachgaube. Rückseite: Im EG teilweise verändert durch neueren Anbau anstelle ehemaliger Terrasse, seitliche Treppe in den Garten mit neuem Fliesenbelag, Kellertreppe mit originalem Metallgeländer, Kellertür original; rechteckige Fensteröffnungen, Fenster original, Klappläden original; 2 neue Dachgauben. Im Inneren original erhalten: Holztreppe mit hölzerner Wandhandlauf, Kellertreppe, alle Türen (Zargen kassettiert).
Bestandteil des Denkmals ist auch der straßenseitig teilweise original eingefriedete Vorgarten (verputzte Pfeiler und Mauersockel mit erneuertem Zaun) sowie der zum Haustyp gehörige rückwärtige Garten mit teilweise älterem Obstbaumbestand. Nicht Bestandteil ist die neuere Garage auf der Südseite des Hauses.
Das Haus Wodanstr. 77 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Zu dieser sachlich geprägten Bebauung, die im Detail von geometrischer Formgebung bestimmt ist, gehört auch das Doppelhaus Wodanstr. 77/79. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung sind die umgebenden Grünflächen - der Vorgarten und rückwärtige Garten - wesentliche Bestandteile, die zum Typus der Häuser gehören. Dank seines weitgehend erhaltenen ursprünglichen Erscheinungsbildes trägt das o. g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0