Wohnhaus
Leostraße 25 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7258 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Leostraße 25, 50823 Köln |
| Baujahr | 1892 bis 1893 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.11.1994 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Erbaut 1892/93; 3 Geschosse; ausgebautes Satteldachgeschoß; 3 Achsen; Eingang in der linken Hausachse; Backsteinfassade mit Stuckgliederung in Anlehnung an Renaissanceformen; EG verändert (verblendet); Fenste und Eingangstür erneuert; Dachgauben neu; Rückfront: backsteinsichtig (im Bereich der Balkone weiß gestrichen); Treppenhaustrakt rechter Hand mit erneuerten Fenstern; linker Hand Balkone; Rückfront in diesem Bereich durch mehrere spätere Anbauten (nicht Bestandteil des Denkmals) stark verunklärt; Innen original: Vorflur und Treppenhaus mit Mettlacher Fliesen (?); im Vorflur Stuckreliefs in den Wandfeldern, stuckgerahmtes Deckenfeld mit Rosette und Würfelfries; Unterzug zum Treppenhaus ruht auf pilaster-artig gestalteten Wandvorlagen; untere Wandzone horizontal profiliert; hölzerne Treppenanlage; WC-Türen auf dem 1. und 3. Treppenabsatz; EG mit abgehängten Decken, Stuck vorhanden; 2. OG mit Deckenrosetten in den drei Straßenräumen; Bestandteil des Denkmals ist die hofseitige Einfassungsmauer.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts auch die Leostraße als Verbindung zwischen Venloer und Subbelrather Straße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend höhere Einkommensschichten an, so daß in der ersten Hälfte der 90er Jahre beidseitig der Leostraße baukünstlerisch verschiedenartig gestaltete Häuser entstanden, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nehmen, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam. So stellt auch das o. g. Objekt ein typisches Beispiel für die bei aller Differenzierung der Einzelbauten einheitliche Bebauung der Leostraße dar. Das charakteristische Merkmal dieses hochaufragenden, breitgelagerten Gebäudes ist die Betonung der breiten Mittelachse. Im EG ist trotz der Verkleidung noch ein Vorstufen der Fassade im mittleren Bereich zu erkennen, was am verkröpften Stockwerkgesims ablesbar bleibt und mittels einer reich instrumentierten Gliederung bis zum Dachansatz aufgeführt wird. Die mehrteiligen Fensterflächen im 1. und 2. OG werden durch Säulen und Pilaster gegliedert und gerahmt. Sie sind in ein über beide Geschosse reichendes hierarchisches Gesamtsystem eingebunden, das in der Dachgesimszone von einem leicht eingezogenen Giebel bekrönt wird. Die linke und rechte Fensterachse werden demgegenüber wesentlich zurückhaltender durch profilierte Fensterverdachungen mit Konsolen im 1. OG bzw. schlichten Verdachungen im 2. OG gestaltet, wodurch auch hier ein hierarchisches System konstituiert wird. Das bewußt weggelassene Stockwerkgesims zwischen 1. und 2. OG sowie der Kontrast von Backsteinfassade zu stark plastischer Stuckgliederung unterstützen den ausgesprochen repräsentativen Eindruck des Hauses, das als integraler Bestandteil der Bebauung der Leostraße prägend für das Straßenbild und unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0