Wohnhaus

Leostraße 23 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7377
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Leostraße 23, 50823 Köln
Baujahr1891 bis 1893
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.02.1995
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut 1892/93; 2 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß; 3 Achsen; Eingang in der rechten Achse; reichstrukturierte Stuckfassade; in Anklängen an die Neorenaissance, rechte Hausachse leicht vor die Bauflucht vorgestuft und im Dachbereich durch Lukarne überhöht; im EG-Bereich etwa hüfthohe Sockelzone durch aufgeputzte bossierte Quaderstruktur ausgezeichnet; EG mit reichprofilierter Quaderstruktur; Rundbogenfenster und Eingang durch Bogenquaderung überfangen; Sohlbänke auf Konsolen gelagert, ebenso die Eingangsüberdachung; schmales, weit ausragendes Stockwerksgesims; aufgeputzte Quaderstruktur im OG wesentlich flacher angelegt als im EG; rechte Fensterachse als Rundbogenfenster mit maßwerkartiger Gliederung oberhalb der Kämpferzone gestaltet und durch Bogenquaderung überfangen; das mittlere und linke hochrechteckige Fenster mit profilierten Fensterüberdachungen u. Sohlbänken auf Konsolen; Abschlußgesims mit Würfelfries; weit ausragendes Dach mit zwei erneuerten Gauben; Lukarne in der rechten Achse mit Rundbogenfenster, breiten Lagerfugen u. seitlichen Voluten, Frontispiz; Fenster im EG und Dachgeschoß erneuert, im OG original; Eingangstür aus den 20er Jahren. Innen: Originale Innenausstattung einschließlich originales Treppenhaus und Grundrißgliederung, originale Hofmauer.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jh. auch die Leostraße als Verbindung zwischen Venloer und Subbelrather Straße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend höhere Einkommensschichten an, so daß in der ersten Hälfte der 90er Jahre beidseitig der Leostraße baukünstlerisch verschiedenartig gestaltete Häuser entstanden, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nehmen, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam. So stellt auch das o.g. Objekt ein typisches Beispiel für die bei aller Differenzierung der Einzelbauten einheitliche Bebauung der Leostraße dar. Der in weiten Bereichen das Erscheinungsbild Ehrenfelds prägende Typus des sog. Dreiachsenhauses wird hierbei durch das leichte Vorstufen der rechten Hausachse variiert, die durch die Überhöhung im Dachbereich mittels einer reichgestalteten Lukarne sowie der markanten Eingangssituation eine deutliche Betonung erfährt. Diese Vertikalität wird durch die Betonung des z. T. stark profilierten Fugenschnittes sowie der Gesimse ausgeglichen, wobei das OG aufgrund der weniger tiefen Fugen optisch wesentlich leichter wirkt als das EG, dem so eine sockelartige Funktion für den Gesamtbaukörper zukommt. Die architektonische Formensprache und die Fassadengestaltung sind in Anklängen an die Renaissance als historisierender Baustil für das historische Erscheinungsbild in diesem Bereich der Leostr. prägend, weshalb das Haus Leostr. 23 zu einem unverzichtbaren Dokument wird.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0