Wohnhaus
Leostraße 21 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7376 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Leostraße 21, 50823 Köln |
| Baujahr | 1891 bis 1893 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.02.1995 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Erbaut 1892/93; 2 Geschosse; ausgebautes Dachgeschoß mit Giebelaufsatz; 3 Achsen; Stuckfassade mit reicher plastischer Gliederung in Neurenaissance-Formen; stark profiliertes EG mit rundbogigen Wandöffnungen (Eingang in der linken Hausachse); profiliertes Stockwerkgesims; rechte Hausachse durch leichtes Vorstufen und säulenflankierte Fensterrahmung im EG betont sowie im 1. OG durch dreiteiliges pilastergerahmtes Fenster, das durch dreifache Bogenstellung überfangen wird; Ornamentik der Bogen- und Brüstungsfelder in Anlehnung an Renaissanceformen; mehrfach profilierte Fensterverdachungen des linken und mittleren Fensters; Hauptachse wird im Dachbereich durch mehrfach gestaffelten Dacherker mit pilastergerahmten Rundbogenfenster, flankierenden Voluten und Giebelaufsatz gegenüber der rechten und mittleren Gaube betont, die durch halbrunde Giebel bekrönt sind; ornamentierte Gaubenrahmung; Eingangstür und Fenster erneuert: Rückfront, hofseitiger zweigeschossiger Anbau und Vorderhaus verputzt; Fenster erneuert; die hofseitige Umfassungsmauer ist Bestandteil des Denkmals.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jh. auch die Leostraße als Verbindung zwischen Venloer und Subbelrather Straße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend höhere Einkommensschichten an, so daß in der ersten Hälfte der 90er Jahre beidseitig der Leostraße baukünstlerisch verschiedenartig gestaltete Häuser entstanden, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nehmen, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam. So stellt auch das o.g. Objekt ein typisches Beispiel für die bei aller Differenzierung der Einzelbauten einheitliche Bebauung der Leostraße dar. Der in weiten Bereichen das Erscheinungsbild Ehrenfelds prägende Typus des sog. Dreiachsenhauses wird hierbei durch eine aufwendig gestaltete Fassade mit reicher Stuckgliederung variiert. Auf diese Weise wird der in seiner Grundrißdisposition schlichte Bau derart aufgewertet, daß die prunkvolle, an Schloßbauten erinnernde Fassade dem Geltungsbedürfnis des Bauherren gerecht wird. Maßgeblich wird dieser Eindruck durch das risaltiartige Vorstufen der rechten Hausachse und deren Giebelbekrönung bestimmt, unterstützt durch die säulen- bzw. pilastergerahmten Fensterpartien, deren plastischer Schmuck außerordentlich fein gearbeitet ist. Aus den genannten Gründen ist das o.g., in allen wesentlichen Bestandteilen erhaltene Objekt unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0