Wohnhaus
Merheimer Straße 145 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7262 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Merheimer Straße 145, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.11.1994 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut: um 1900, Hinterhaus mit Schweinestall ist nach mündlicher Überlieferung älter; 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (2 Gauben), 3 Achsen; Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Jugendstil; Fenster und Haustür (in linker äußerer Achse) erneuert, schmiedeeisernes Gitter des rechten Kellerfensters mit Initiale "C" original. Rückseite backsteinsichtig, Fenster erneuert. Zum Denkmal gehört das rückwärtige Hinterhaus mit Schweinestall und der Garten. Im Innern original: im Flur: Bodenfliesenbelag (beschädigt), sparsamer Wand- und Deckenstuck. Holztreppe mit schlichtem Holzgeländer original ab 1. OG.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemals landwirtschaftlich geprägten Ort Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rapide wachsender Bevölkerung. Die "Rheinische Eisenbahngesellschaft" beispielsweise siedelte sich mit der zentralen Eisenbahnwerkstätte am westlichen Rand des damaligen Nippes an. Sie erschloß mit einem rechtwinkligen Straßensystem das Areal südlich und östlich ihrer Werkstätten und erstellte hier Wohnbauten für betriebseigene Arbeiter und Angestellte. Zu diesen Arbeiterwohnhäusern gehört auch das o. g. Objekt an der Merheimer Straße, dessen Grundstück im Westen an das Werksgelände stößt. Das mit Jugendstil- und Renaissanceelementen dekorierte Dreifensterhaus fügt sich u. a. aufgrund der die Waagerechte betonenden Gliederung mit Sohlbank- und Stockwerkgesimsen in die Gründerzeitbebauung ein, deren nördlich angrenzende Bauten über die Wartburgstraße hinaus, verhältnismäßig gut erhalten sind und ein ortsgeschichtlich bedeutendes Gebäudeensemble bilden. Das Wohnhaus Merheimer Str. 145, das den Zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet überdauert hat, gehört zur gründerzeitlichen Erstbebauung um 1900 und belegt das ursprüngliche Erscheinungsbild des Straßenzugs. Bestandteil des ortsbildprägenden Wohnhauses, dessen Fassade bürgerliches Selbstbewußtsein vermittelt, sind im rückwärtigen Bereich der schmalen, tiefen Parzelle ein Schweinestall und ein Garten. Beide dienten einst der Selbstversorgung der Bewohner und dokumentieren das gesellschaftspolitische Engagement des Bauherrn und begründen die sozialgeschichtliche Bedeutung des erhaltenswerten oben genannten Objekts.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0