Wohnhaus
Merheimer Straße 139 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8181 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Merheimer Straße 139, 50733 Köln |
| Baujahr | Ende 1880er Jahre |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.10.1997 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut gegen Ende der 1880er Jahre, 3-geschossiges, 3-achsiges Wohnhaus mit Satteldach auf rechteckiger Grundfläche, Putzfassade mit Stuckgliederungen.
Fassade: Hauseingang in rechter Achse, originale Holztür mit Glasfüllungen und Oberlicht, Erdgeschoß mit Fugenschnitt, Brüstungsgesimse, kräftiges Traufgesims, glatte und rauhe Putzflächen, Segmentbogenfenster (originale Holzfenster an ganzer Fassade erhalten, nur linkes Fenster im 2. OG erneuert, Holz; Oberlichter mit Sprossen), Geschoßhöhe nimmt von unten nach oben ab.
Rückseite: backsteinsichtig, 2 Achsen, größtenteils erneuerte Holzfenster, links im EG und 1. OG vorkragender Toilettenanbau, links Stufen in den Garten.
Innen original: Terrazzoboden mit Rahmung im Vestibül, Holztreppe mit hölzernem Handlauf und gedrechselten Stäben, Wohnungstür im 1. OG, Dielenböden, gewölbter Backsteinkeller mit zwei parallel zur Straße verlaufenden großen Tonnengewölben.
Zum Denkmal gehörig ist auch der rückwärtige Garten als ehemaliger kleiner Nutzgarten.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Noch heute prägen diesen Stadtteil im wesentlichen die vor der und um die Jahrhundertwende errichteten zwei- bis dreigeschossigen, meist dreiachsigen Häuser mit sparsamen Stuckfassaden und die etwas größeren, reicher stuckierten Bauten aus den ersten beiden Jahrzehnten unseres Jahrhunderts. Der westliche Bereich von Nippes wurde seit 1859/60 durch die Rheinische Eisenbahngesellschaft geprägt, die dort ihre zentrale Eisenbahnwerkstätte einrichtete und den Bereich westlich der Merheimer Str. mit Arbeiterhäusern bebaute. Die Merheimer Str., die bis 1890 Longericher Straße hieß, wurde zur Hauptverkehrsachse dieses Ortsteils "Sechzig".
Das o.g. Objekt ist Teil der Erstbebauung dieser Straße und erinnert mit einer Reihe weiterer, aus dieser Zeit in der Nachbarschaft erhaltener Bauten an die Entwicklung des Kölner Vorortes Nippes und damit auch an die Geschichte der Menschen in Nippes. Hier wird ganz besonders stark die enge Verknüpfung von Industrialisierung, Eisenbahnbau und Siedlungsgeschichte deutlich. Von großer städtebaulicher Bedeutung ist die Lage innerhalb einer ganzen Reihe in diesem Bereich erhaltener Bauten aus der Gründerzeit. Besonders reizvoll in diesem Straßenabschnitt ist die Öffnung des engen Straßenraums durch die kleinen Vorgärten der gegenüberliegenden, einige Jahre später errichteten - heute leider stark veränderten - Häuser.
Die zurückhaltende Fassadengestaltung, die sich im Haus 143 wiederholt, gibt Zeugnis für die wenig aufwendige Architektur die in diesem Bereich von Nippes für Handwerker und Arbeiter errichtet wurde. Das niedrigere 2. OG vermittelt zwischen den weiter südlich errichteten älteren 2-geschossigen Bauten und den sich anschließenden 3-geschossigen Häusern im Norden.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0