Siedlung "Göttersiedlung"

Wodanstraße 30 · Rath/Heumar

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7269
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Göttersiedlung"
Adresse Wodanstraße 30, 51107 Köln
Baujahr1929
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.12.1994
Stadtteil Rath/Heumar

1929 erbaut; Architekten: Pasmann & Bonn; Teil der "Göttersiedlung"; Doppelhaushälfte; 1 Geschoß und ausgebautes Mansardwalmdach (Gauben erneuert), späterer Ausbau des ehemaligen Dachspeichers; 2 Achsen; Putzfassade mit Stuckgliederungen; rundbogiger Hauseingang, Haustür original, originale Außentreppe mit Brüstungsgitter und neuem Fliesenbelag (originale Außenlampe befindet sich an der neueren seitlichen Garage); stichbogige Fensteröffnung im EG mit Klappläden, neben dem Hauseingang stuckgerahmtes kleines Fenster; Fenster erneuert. Rückseite: Putzfassade; teilweise offener Altan mit Rundbogen zur seitlichen Außentreppe (neuer Fliesenbelag); Fenster erneuert, originale Klappläden und Fenstergitter; 1 originale Dachgaube; Kellertreppe mit originalem Metallgeländer, Kellertür erneuert. Im Inneren original erhalten: Holztreppe (im Keller erneuert), 1 Tür im Dachgeschoß und Speisekammertür, im OG 2 Räume durch spätere Öffnung verbunden, Holzdielenböden im OG, zweifarbiger Tonfliesenboden im Bad im OG, Keramikwandfliesen in der Küche, Gas- Warmluftheizung mit Lüftungsgittern und Kachelofen im westlichen EG-Raum. Bestandteil des Denkmals ist auch der zum Haustyp gehörige Vorgarten mit Teilen der ehemaligen Einfriedung (Mauersockel) sowie der rückwärtige Garten mit später überformter Gestaltung (Sitzplatz hinter der Garage mit Bruchsteinplattenbelag und Trockenmauer aus Bruchsteinplatten, im Rasen gelegener gebuchteter Teich, leicht gebogene Sitzbank aus Holz auf Bruchsteinplattensockeln).

Das Haus Wodanstr. 30 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Das Doppelhaus Wodanstr. 28/30 gehört zum eingeschossigen Typ mit glockenförmig ausschwingender Mansarddachhaube und barocken Formanklängen im Detail, die besonders am Hauseingang mit Stuckrahmung und Freitreppe konzentriert sind. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten Flächen, der Vorgarten - hier mit teilweise originaler Einfriedung - und der rückwärtige Garten, dessen ursprüngliche Gestaltung weitgehend erhalten ist. Das o. g. Objekt trägt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0