Siedlung "Göttersiedlung"

Wodanstraße 59 · Rath/Heumar

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8044
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungSiedlung "Göttersiedlung"
Adresse Wodanstraße 59, 51107 Köln
Baujahrum 1926
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.01.1997
Stadtteil Rath/Heumar

Um 1926 erbaut, Architekten: Pasmann & Bonn; Teil der "Göttersiedlung"; Hälfte eines Doppelhauses, bestehend aus zwei giebelständigen Bauten mit querliegendem, gemeinsamem Satteldach, annährend quadratischer Grundriß; 1 Geschoß und ausgebautes Satteldach, Putzfassade mit zurückhaltender Stuckgliederung;

Straßenfassade: 2 Achsen, Hauseingang in rechter Achse mit abgeschrägtem Putzgewände, doppelläufige Freitreppe mit Brüstungsmauer und originalem Metallgeländer, Haustür original, zu beiden Seiten der Haustür Oculi (Ziergitter erneuert), querrechteckiges Fenster im EG, im Dachgeschoß zwei und im Spitzboden ein kleines, rundbogiges Fenster (Fenster erneuert), gestuft vorspringendes Gesims zwischen den beiden Giebeln des Doppelhauses, davor Regenfallrohr, Betonung der Giebelspitze durch bekrönenden Aufsatz, mittig zwischen den Haushälften Firstkamin (neu verschiefert).

Seitenfassade: 3 kleine quadratische Fensteröffnungen mit durchlaufenden Sohlbankgesims (neu vergittert), Gesims über EG um Hausecken geführt, dreieckige Dachgaube.

Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige Garten sowie der Vorgarten.

Nicht Bestandteil des Denkmals ist der seitlich Garagenanbau (1969) und der eingeschossige Anbau zum Garten (1977).

Das Haus Wodanstr. 59 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für den gehobenen Bedarf durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Gleichzeitig spiegelt sie die städtische Siedlungspolitik, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt an die Außenbezirke betrieb. Zudem ist sie ein aussagekräftiges Zeugnis für die Wohnverhältnisse der bürgerlichen Mittelschicht, die die Häuser vorwiegend nutzte.

Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zum nahe gelegenen Bergischen Land herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert. Sie ist gekennzeichnet durch verschiedenartige Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch.

Das Doppelhaus Wodanstr. 57/59 gehört zu einem in der Siedlung nur zweimal vertretenen Doppelhaustyp (s. a. Nr. 33/35), der sich durch Giebelständigkeit und hohe steile Satteldachform auszeichnet. Charakteristisch sind rundbogige Fensteröffnungen und eher schlichte expressionsistisch beeinflußte Zierformen in der Detailgestaltung wie beispielsweise die Eckgestaltung und die auffällige Giebelbekrönung. Dieser Haustyp besitzt städtebaulich besondere Bedeutung, da er innerhalb der Siedlungskonzeption bewußt als Akzent gesetzt worden ist. Mit Bezug auf die Freyastraße als mittlerer Eingangsachse zur Siedlung ist die Bebauung an der Wodanstraße spiegelsymmetrisch angelegt. Sie wird bezeichnet durch zwei an den Straßenecken gelegene Dreierhausgruppen (Nr. 41 - 45 und 47 - 51) und je eine anschließende Reihe von drei etwas weiter zurückgesetzten Doppelhäusern. Diese sind durch den herausragenden giebelständigen Haustyp in der Mitte (Nr. 33/35 und 57/59) betont und werden von Bauten mit Walmdach flankiert.

Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten Flächen, der Vorgarten und der rückwärtige Garten. Dank seines nahezu unveränderten Erscheiniungsbildes trägt das Haus Wodanstr. 35 zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt. Daher ist das o. g. Objekt unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0