Wohnhaus
Mauenheimer Straße 18 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7319 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Mauenheimer Straße 18, 50733 Köln |
| Baujahr | 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.01.1995 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut 1900, L-förmiger Grundriß, 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Mansarddach, Stuckfassade in Formen der Neogotik, 4 Achsen, Ziergiebel als Mittelbetonung, Fenster und Hauseingang rechts mit geradem Abschluß, alle straßenseitigen Fenster und die Haustür erneuert. Rückseite: Backstein, Gliederung durch Blendfenster, segmentbogige Fensteröffnungen und Hoftür, alle hofseitigen Wohnungsfenster sowie die Tür erneuert, die Fenster des Treppenhauses original, z.T. durch Glasbausteine geschlossen. Im Innern original erhalten: Vestibul: mehrfarbige Bodenfliesen, reiche Stuckdecke, im Erdgeschoß des Treppenhauses mehrfarbige Bodenfliesen, Holztreppe mit Antrittspfosten, Geländer und Stäben. In den Wohnungen Holzdielenböden, originale Türen und Gewände, Reste von Deckenstuck in den straßenseitigen Räumen. Der Keller z.T. gewölbt. Die gesamte Hoffläche unterkellert.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Im Gebiet nordöstlich der Kempener Straße und bis zum Inneren Grüngürtel entstanden rund um die Mauenheimer- und Florastraße neue Wohngebiete, deren Bauten aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Wohnraum fast gänzlich als Miethäuser erscheinen. Im wesentlichen prägen um die Jahrhundertwende errichtete zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein und mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil. Die Mauenheimer Straße ist aus einem alten Flurweg hervorgegangen, der mit seiner östlichen Verlängerung der späteren Florastraße, die Mauenheimer Höfe mit Neusser- und Niehler Straße, des weiteren mit Riehl und dem zur Mülheimer Rheinfähre führenden Weg (Riehler Straße), verband. Um die Jahrhundertwende setzte eine rapide Bevölkerungszunahme ein, die groß angelegte Bebauung um die Mauenheimer- und Florastraße bis zum Ersten Weltkrieg zur Folge hatte. Innerhalb nur weniger Jahre entstanden zunächst nördlich der später angelegten Schillstraße 1897 die Häuser Nrs. 50 und 52 sowie 70-78, dann im südlichen Bereich der Mauenheimer Straße 1897/98 die Häuser 13-23 und 1899/1900 die Nrs. 4-26. Diese zuletzt errichteten Gebäude haben die in der Grundstruktur gleiche, vierachsige klassizistische Fassade, doch ist das Bestreben nach einem abwechslungsreichen Erscheinungsbild der Zeile in der Gestaltung der Dachaufbauten und bei der Fassadendekoration erkennbar. So charakterisieren die Mauenheimer Straße drei- bis viergeschossige Mietwohnhäuser mit hauptsächlich vierachsiger Aufteilung und reich dekorierten, historisierenden Stuckfassaden. Die Gebäude 12, 16 und 18 zeigen mit neugotischen Formen dekorierte Fassaden und beziehen sich unmittelbar auf die gegenüberliegende Kirche St. Heinrich und Kunigund, 1850 von Vincenz Statz in neugotischer Backstein-Architektur erbaut. Mit dem auf baumbestandenem Grundstück freistehenden Kirchengebäude bilden sie ein Ensemble historistischer, sich der restaurativen Gestaltungssprache der Neugotik bedienender Architektur (Schmuckformen: Fugenschnitt, in den Obergeschossen horizontale Gliederung in den Brüstungsfeldern, Fensterverdachungen und Gesimsen, Maßwerkornamentik, Mittelbetonung, die im bekrönenden, das Dachgesims sprengenden Ziergiebel mit getrepptem Abschluß endet, Dachgesims mit reichem plastischen Maßwerkband). Die Bebauung der Mauenheimer Straße dokumentiert im Ganzen eine städtisch geprägte Architektur, die noch heute in ihrer Maßstäblichkeit die Abfolge unterschiedlicher Bauabschnitte von den 80er Jahren bis nach der Jahrhundertwende erkennen läßt. Das Gebäude Mauenheimer Straße 18 ist als Teil dieses Siedlungsprozesses ein wichtiges, weitgehend original erhaltenes Beispiel dieser Zeit. Für den Zusammenhang des Altbaukomplexes in der Straße ist es ein unverzichtbares Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0