Wohnhaus

Gutenbergstraße 84 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7369
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Gutenbergstraße 84, 50823 Köln
Baujahr1892
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.02.1995
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut 1892; 3 Geschosse, ausgebautes Satteldachgeschoß (erneuerte, breitgelagerte Gaube); 3 Achsen (Eingang in der Mittelachse links); Fassadenkomposition in Anklängen an die Renaissance; Originalfenster: 1. OG links u. Mitte, 2. OG kompl., sonstige Fenster u. Eingangstür erneuert; Oberlichter aller Fenster wg. abgehängter Decken mit Holzverschalungen versehen; Horizontalgliederung durch Stockwerks-, Sohlbank-, Kämpfer- u. Dachgesims; reichprofilierte Fensterrahmungen u. weit vorkragende Fensterverdachungen im 1. OG in Stuck; Rückfront: backsteinsichtig; 3 Achsen; mittig vorgestufter Treppenhaustrakt mit Dachaustritt; im 1. OG links erneuerter Balkon; stichbogenförmige Fensteröffnungen (Oberlichter wg. abgehängter Decken komplett durch Holzverschalung verblendet); Fenster im 1. u. 2. OG links erneuert; 2 erneuerte Gauben; Innen original: ornamentierte Bodenfliesen im Vorflur u. Treppenhaus; hölzerne Treppenanlage (Geländer u. Handlauf ab dem 1. OG in Holz schlicht erneuert); Hoftür, WC-Tür im EG; Gewölbekeller; Bestandteil des Denkmals ist die hofseitige Einfassungsmauer.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jh. auch die Gutenbergstraße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stammstraße u. Subbelratherstr. vorwiegend mittlere Einkommensschichten an. Das o.g. Objekt ist integraler Bestandteil der in weiten Teilen intakten Bebauung der Gutenbergstraße, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nimmt, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam die allerdings den bescheideneren Verhältnissen in Ehrenfeld entsprechend die Bauten zurückhaltender gestalteten. Das o.g. Objekt variiert hierbei den in weiten Teilen Ehrenfelds typischen dreiachsigen Haustyp dahingehend, daß durch das paarweise Zusammenfassen der mittleren Fenster eine deutliche Betonung der Mittelachse erreicht wird, was auf einen gewissen repräsentativen Anspruch des Bauherren hinweist, wie er sich in der Übernahme von Gestaltungsprinzipien der Renaissance, insbesonders bei den großen Stadtpalästen, andeutet. Als bauliches Dokument der ursprünglichen Besiedlung und Entwicklung zu einem neuen vorstädtischen Wohnquartier ist das o.g., in allen wesentlichen Bestandteilen intakte Objekt unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0