Wohnhaus

Gutenbergstraße 82 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7434
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Gutenbergstraße 82, 50823 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.03.1995
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut um 1890; 3 Geschosse; ausgebautes Satteldachgeschoß mit reichgestaltetem Giebelaufsatz in der rechten Gebäudeachse (Gaube in der linken Dachzone in der Substanz original, jedoch erneuert); 3 Achsen (mittiger Eingang mit originaler Tür); Backsteinfassade mit reicher Stuckgliederung in Anklängen an die Renaissance; EG durch stilisierte Horizontalgliederung als Sockelgeschoß ausgewiesen; rundbogige Wandöffnungen im EG durch Konsolen in den Scheitelpunkten akzentuiert; 1. und 2. OG als Einheit gestaltet, horizontal und vertikal hierarchisch gegliedert; linke und mittlere Fenster im 1. OG durch giebelbekrönte Verdachungen gestaltet, Verdachungen im 2. OG durch gemauerte Entlastungsbögen überfangen; rechte Gebäudeachse mittels einer breiten, reich profilierten Stuckrahmung erkerartig vorgestuft und in der Dachzone durch einen eingezogenen Giebel mit rundbogenüberfangenem Fenster überhöht; reichgestaltete Konsolen unterstützen die Erkerwirkung, ebenso die breiten Fensteröffnungen (dreiflügeliges Fenster im 1. OG; gekoppeltes Fenster im 2. OG), die durch profilierte Verdachungen, Rundbogen, bzw. gemauerten Entlastungsbogen überfangen werden; Fenster erneuert; Rückfront teilweise verputzt; Balkone linker Hand erneuert; EG links ab Brüstungshöhe mit Glasbausteinen verkleidet; Badezimmerfenster im 2. OG verändert; neue Gaube; Fenster erneuert (Ausnahme: Treppenhausfenster komplett mit Riegeln orig.); Hoftür original; Innen original: Bodenfliesen mit kleeblattartigem Muster im Vorflur und Treppenhaus; Antrittspfosten, gedrehte Geländerstäbe, Handlauf und Stufen in Holz; Türen im EG (außer der zweiten Wohnungsabschlußtür rechts); Türen und Rahmen im 1. OG; WC-Türen auf den Treppenabsätzen; Türen im 2. OG; Dach später ausgebaut; gemauerter Gewölbekeller; Bestandteil des Denkmals ist auch die hofseitige Einfassungsmauer.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts auch die Gutenbergstraße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stammstraße und Subbelrather Straße vorwiegend mittlere Einkommensschichten an. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der in weiten Teilen intakten Bebauung der Gutenbergstraße, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nimmt, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entsprach, die allerdings den bescheideneren Verhälntissen in Ehrenfeld entsprechend die Bauten zurückhaltender proportionierten. Das o. g. Objekt variiert hierbei den in weiten Teilen Ehrenfelds typischen dreiachsigen Haustyp durch eine deutliche Betonung der rechten Hausachse mittels einer erkerartigen, giebelbekrönten Stuckfassung, die dem Gebäude maßgeblich seinen repräsentativen Charakter verleiht und es zu einem Blickfang innerhalb des Straßenbildes macht, was durch die auffällige EG-Gestaltung unterstrichen wird. Innerhalb dieses durch den Wechsel von Backstein- und Stuckbauten charakterisierten Straßenbildes ist das o. g., weitgehend intakte Objekt unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0