Wohnhaus

Leostraße 17 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7375
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Leostraße 17, 50823 Köln
Baujahr1891 bis 1893
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.02.1995
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut 1892/93; Architekt: Rudolf Brovot; 4 Geschosse; ausgebautes Dachgeschoß; 4 Achsen; Stuckfassade mit plastischer Gliederung in Überformung klassizistischer und renaissancehafter Elemente; stark profilierte Lagerfugen im EG-Bereich; Eingang in der linken Achse; die rechten 2 Achsen werden in den 3 Obergeschossen durch pilasterartige, profolierte Fensterrahmungen betont; im 2. OG sind die Brüstungs- und Bogenfelder noch zusätzlich ornamental gestaltet; im Bereich der beiden linken Achsen wird die Fassade durch einen aufgeputzten Fugenschnitt gestaltet; Stockwerks- und verkröpfte Sohlbankgesimse markieren die Horizontalgliederung; profiliertes Dachgesims; Eingangstür original; Fenster und Dachgauben erneuert; Rückfront backsteinsichtig; 2 Achsen und rechter Hand vorgestufter Treppenhaustrakt mit WCs; eingeschossiger Anbau und EG des Vorderhauses weiß gestrichen; Anbau mit Pultdach; im gesamten rückwärtigen Bereich stichbogenförmige Fensteröffnungen, Fenster erneuert; Dachgaube erneuert; Innen original: hölzerne Treppenanlage mit Antrittspfosten; Grundrisse (Eingangstüren aus den 20er Jahren); Gewölbekeller. Bestandteil des Denkmals ist der um die Jahrhundertwende errichtete eingeschossige hofseitige Anbau sowie die Einfassungsmauer.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80 Jahre des 19. Jahrhunderts auch die Leostraße als Verbindung zwischen Venloer und Subbelrather Staße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend höhere Einkommensschichten an, so daß in der ersten Hälfte der 90er Jahre beidseitig der Leostraße baukünstlerisch verschiedenartig gestaltete Häuser entstanden, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nehmen, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam. So stellt auch das o. g. Objekt ein typisches Beispiel für die bei aller Differenzierung der Einzelbauten einheitliche Bebauung der Leostraße dar.

Dies gilt im besonderen für das o. g. Objekt, das im Rahmen einer größeren Planung gemeinsam mit den Häusern Leostr. 3 - 15 errichtet wurde. Der Architekt Rudolf Brovot ordnete hierbei vier Haupttypen einander spiegelbildlich zu, wobei die Häuser Leostr. 3 und das o. g. Objekt die äußeren beiden, ähnlich gestalteten Bauten dieses Ensembles sind. Der hoch aufragende Bau wird durch die straffe Gliederung und die zurückhaltend angewandte Ornamentik als Einheit betont und setzt als Blickfang einen das Straßenbild prägenden Akzent.

Als integraler Bestandteil der einheitlich geplanten Baugruppe ist das o. g., in wesentlichen Elementen unveränderte Objekt unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0