Wohnhaus

Piusstraße 13 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7386
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Piusstraße 13, 50823 Köln
Baujahrum 1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.02.1995
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut um 1888; 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (straßenseitige Gauben durch Dachflächenfenster ersetzt); 3 Achsen (mittiger Eingang); Backsteinfassade mit Stuckgliederung in Anlehnung an die Renaissance und den Klassizismus; Horizontalgliederung durch Stockwerks-, Sohlbank- und Dachgesims (Sohlbankgesims im EG und 1. OG auf Konsolen gelagert); profilierte Tür- und Fensterrahmungen in allen Geschossen; 1. OG mit konsolgestützten Fensterverdachungen (Mittelfenster durch Giebelbekrönung betont) und akzentuierten Brüstungsfeldern; im 2. OG schlichte Fensterbekrönung; profiliertes Backsteingesims als oberer Abschluß; Fenster und Eingangstür erneuert; Rückfront: 3 Achsen, mittig vorgestufter Treppenhaustrakt; verputzt; Fenster und Balkon 1. OG links erneuert; 2 originale Gauben; Innen original: Wandfelder im Vorflur hüfthoch mit hölzerner Wandverkleidung, darüber stuckgefaßte Wandspiegel; Deckenfeld mit Würfelfries gerahmt und durch Rosette geschmückt; Unterzug zum Treppenhaus rundbogig verkleidet, profiliert und beidseitig im Scheitelpunkt mit Kartuschen verziert; ruht auf pilasterartig gestalteten Wandvorlagen; Deckenfeld im EG des Treppenhauses mit Rosette; hölzerne Treppenanlage mit Antrittspfosten; teilweise originale Bodenfliesen im Treppenhaus (Durchgang zum Hof); im mittleren und rechten Straßenraum im 1. OG reichprofilierte Deckenrahmung und mächtige Stuckrosetten; Keller mit gemauerten preußischen Kappen; Bestandteil des Denkmals sind zwei den Hof flankierenden Einfassungsmauern, die die ursprüngliche Tiefe der Parzelle markieren.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 70er des 19. Jahrhunderts bereits die Piusstraße angelegt, an der, wie im gesamten Siedlungsgebiet südlich der Venloer Straße zum großen Teil der Ziegelfarbrikant Johan Wahlen und später sein Sohn Johann Jakob Wahlen als Erschließer und Grundstücksmakler, teilweise auch noch als Bauherren, Hausmakler und Vermieter fungierten. Wie weit die beiden allerdings durch Auswahl ihrer Käufer, durch Richtlinien oder dgl. bewußt die geschlossene, meist dreigeschossige, d. h. städtische Bauweise beeinflußten, ist nicht nachweisbar. Auffällig ist jedoch, daß das für Ehrenfeld typische Dreiachsenhaus in der Piusstraße dahingehend variiert wird - und das o. g. Objekt ist ein typischs Beispiel dafür -, daß die Mittelachse durch den Eingang betont wird. Bei dem o. g. Gebäude wird diese Betonung im 1. OG durch ein giebelbekröntes Mittelfenster verstärkt. Auf diese Weise wird die gesamte Fassade symmetrisch aufgetaut, wodurch eine strenge Sachlichkeit erzielt wird, die maßgeblich durch die zurückhaltende Stuckgliederung der Fensterrahmungen und Gesimse mitbestimmt wird, die sich von dem schlicht gehaltenen Backsteinmauerwerk klar absetzt. Dieser in allen wesentlichen Elementen intakte, zurückhaltend-elegante Bau ist als integraler Bestandteil des Straßenbildes der Piusstraße unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0