Wohnhaus

Piusstraße 14 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6340
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Piusstraße 14, 50823 Köln
Baujahr1898
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.01.1991
Stadtteil Ehrenfeld

1898 erbaut; Teil einer Wohnhausgruppe. 3 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit mittigem Giebelhaus (verändert). Zweifarbige Backsteinfassade mit Backstein- und Stuckgliederungen; Stockwerkgesims jeweils durch Fliesenband bereichert. Fenster zum großen Teil original, Haustür original. Rückseite backsteinsichtig; Fenster erneuert bzw. verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül ornamentierte Bodenfliesen und Deckenstuck; ornamentierte Bodenfliesen im Flur; Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben; Türen auf halber Geschoßhöhe; außerdem Schlagläden (straßenseitig) im EG.

Der Stadtteil Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Zuge der Siedlungsentwicklung wurde ab 1878 im rechten Winkel zur Venloer Straße die Piusstraße angelegt, an der sich das o. g. Objekt befindet. Es ist wichtiger Bestandteil einer nur wenig veränderten Häuserzeile (Nr. 6 bis Nr. 16) und bildet zudem ein Ensemble mit den beinahe gleich bzw. spiegelgleich gestalteten Häusern Nr. 12 und Nr. 16. Der gehobene Sozialstatus im Einzugsbereich der Venloer Straße, die bereits damals eine wichtige Geschäfts- und Verkehrsachse war, ist an der aufwendig gestalteten, durch Fliesenbänder sowie Backstein- und Stuckgliederungen bereicherten Backsteinfassade deutlich ablesbar. Auch in der Innenausstattung, etwa im Vestibül, offenbaren sich die gehobenen Ansprüche der damaligen Bewohner und des Bauherrn, bei dem es sich in diesem Fall um Alois Anton Schlösser handelte. Der Obstbaumschulenbesitzer Schlösser besaß nicht nur in Ehrenfeld zahlreiche Liegenschaften (hier in der Piusstr. z. B. die Häuser Nr. 19-23, 29, 2, 10-16 und 36). Er war darüber hinaus maßgeblich an der Erschließung Neuehrenfelds beteiligt. Das o. g. Gebäude wird somit auch in erschließungsgeschichtlicher Hinsicht zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0